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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

„Laub- und Bandelwerk" zu, das sich etwa mit dern französischen Regence- 
stil (nicht durchaus zeitlich) deckt. Er herrscht teilweise bis etwa 1740, 
behält manche der barocken Motive 
noch bei, ja verstärkt vielleicht gar 
noch ihre Wirkung. Die Tafelfon- 
tänen werden zu sehr reich behan- 
delten großen Prunkvasen mit figür- 
lichen Zutaten, wovon die des Augs- 
burgers Joh. Bartermann, im Stil der 
Biller, das beste Beispiel darstellt. 
Eine Augsburger Platte mit sehr 
graziösem Rankenornament, im Be- 
sitz von A. S. Drey in München, lei- 
tet zu den reichen Arbeiten über, die 
wie die vier silbernen Terrinen des 
Großherzogs von Hessen und die 
Prunkvase mit Kentaur (von Oster- 
tag) aus dem Schatz des Herzogs 
von Anhalt-Dessau, sämtlich Augs- 
burger Arbeiten, an einer unregel- 
mäßigen Häufung des plastischen 
Zierates leiden. Die Augsburger be- 
vorzugen jetzt überhaupt die voll- 
plastischen Figuren; J. M. Dinglinger 
(oder einer seiner Art) treibt einen 
reich behangenen Elefanten, ein 
Drentwet sogar bloße Figurengrup- 
pen als Tafelzier, elegante Gestalten 
von äußerster Schlankheit. Das beste 
Stück ist auch hier ein tektonisches, 
eine Monstranz mit Engeln und 
figürlichen Medaillons von dem Augs- 
burger J. F. Bräuer, ein ganz köst- 
liches Stück von gegossener und ge- 
triebener Feinarbeit. 
Die glänzendste Entfaltung des 
Prunkstils, der den Edelmetallen so 
natürlich ist, mit einer ganz ein- 
jahrhundenauastellung in Darmstadt. Tafelfonuna, heitlichen Dekoration brachte das 
A"g5'""mbzlfnttiägflgziffsgig:225;?" Hassen" Rokoko. Jetzt wird es üblich, kleine 
Luxusartikel in feinster Ausführung, 
mit kostbaren Edelsteinen, Miniaturen und dergleichen als fürstliche Ge- 
schenke herzustellen. Das Berliner Kunstgewerbe, durch Friedrich den Großen 
lebhaft gefördert, glänzt vor allem durch Schnupftabakdosen und Uhren von
	        

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