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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 10)

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leicht springt wie bei uns. Bei einigen wenigen Ornamenten, zum Beispiele 
dem fürstlichen Parang-Muster, sind Brüche bei der Braunfärbung aber 
zulässig und kommen häufig vor. Bei diesen geometrischen Mustern bieten 
die unregelmäßigen Wachsbrüche denn auch einen besonderen Reiz und 
beleben die sonst monotone weiße Fläche. 
Ist die Farbenskala, wie gesagt, sehr beschränkt, der Reichtum an 
Mustern ist um so größer. Ein überaus reichhaltiger Formenschatz, wie 
ihn kein zweites farbiges Volk besitzt, hat sich dort während der Jahr- 
hunderte zum Nationalbesitze ausgebildet. Der rein ornamentale Charakter 
überwiegt, es ist Flächenschmuck im höchsten Sinne des Wortes, Flächen- 
ornament ohne beabsichtigte plastische Wirkung oder täuschende Absichten, 
streng durchgeführt und trotzdem reich in der dekorativen Wirkung. 
Man spürt, daß alles, auch die entlehnten Muster, einem starken, tech- 
nischen Einflüsse unterworfen waren. Java bietet in dieser Beziehung einen 
scharfen Gegensatz zu Japan, wo das Ornament von den Malerschulen stets 
stark beeinflußt worden ist; daher täuschen die Webereien, Stickereien und 
vieles andere aus Japan oft eine malerische Wirkung vor, die zwar sehr 
reizvoll sein kann, aber doch zu Bedenken Anlaß gibt. Eine ornamentale 
Kunst, die sich streng nur als solche entwickelt hat, muß in mancher 
Beziehung höher stehen als eine, die 
den Arbeiten des Malers nachstrebt, 
ja sogar vor täuschender Nach- 
ahmung nicht zurückschreckt! 
Betrachtet man die stilisierten 
Schmetterlinge und Blumen der Ba- 
tik genauer, dann spürt man zu sei- 
nem Erstaunen, daß die Grundsätze 
unseres modernen Ornaments, die 
bei uns erst langsam in den letzten 
zwanzigjahren ausgearbeitet worden 
sind, hier bereits in reifer, vollendeter 
Form ausgesprochen sind. Die sym- 
metrischen Schmetterlings- und 
Flügelmotive könnten auf unseren 
Schulen verfertigt worden sein, eben- 
so manches Blumenornament - nur 
mit dem Unterschiede, daß unsere 
Naturmotive auf dem Studienwege 
gefunden sind und die Javaner 
zeichnerisch (das heißt mit Bleistift 
und Papier) in keiner Beziehung 
 
Gebatiktes Tuch aus Turkestan (Irn Besitz des k. k. Natur- 
historischen Hofmuseums in Wien, Nr. 37702. Samrn- _ _ 
lung m. Troll) etwas leisten. Die uns bekannten
	        

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