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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 10)

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Batik aus Südchina („The Kokka", Nr. x07) 
Vorschüsse, der nie zurückgezahlt werden kann, bleiben die Mädchen in nie 
endigender Abhängigkeit von ihren Meistern. Allein in Lasern auf Java 
werden zirka 4300 Mädchen auf eine solche Weise, die der Sklaverei ziemlich 
nahekommt, von Chinesen beschäftigt. Daß dabei von der alten liebevoll 
gepflegten Kunst keine Rede mehr sein kann, brauche ich wohl nicht zu 
erwähnen. 
Diese Umänderung der alten Kunst in einen rein gewerblichen Betrieb, 
in künstlerischer Beziehung so bedauerlich, war noch durch besondere Um- 
stände gefördert. Seit Jahren schon führten holländische und schweizerische 
Kattundruckereien ihre Batiknachahmungen ein, die nur den einen Vorzug 
hatten, spottbillig zu sein. Dieser Konkurrenz gegenüber, die jährlich Tausende 
von Stoffen herbeibrachte, konnte die von alther geführte Hausarbeit nicht 
länger bestehen und mußte in gewerblicher Form umgeändert werden. Durch 
bessere Arbeitsverteilung und Einkauf der benötigten Materialien im großen 
wurde es denn allerdings möglich, den Preis bedeutend zu erniedrigen. 
Aus demselben Notstande heraus entstand eine zweite billige Art der 
Nachahmung, diesmal von javanischer Seite unternommen: man fertigte 
Stempel für Wachsdruck an. Sie bestehen aus einem kupfernen Stabgerüste, 
auf dern durch Löten Kupferstreifen befestigt und der Musterzeichnung ent- 
sprechend gebogen sind. Bei diesen Wachsdrucken befolgte man wohl die 
alte Methode, nur kam an Stelle der zeitraubenden feinen Batikarbeit der 
schnelle Druck. Übrigens wurde auch hier mit dem Tjanting gearbeitet, um 
gewisse Teile mit Wachs abzudecken. 
So war die Lage auf Java um das Jahr 1890, als von holländischer 
künstlerischer Seite aus ein tatkräftiger Vorstoß unternommen wurde, die 
alte indonesische Kunst wieder zu Ehren zu bringen. Dieser Versuch 
scheiterte anfänglich an der allgemeinen Gleichgültigkeit, besonders der 
Holländer Indiens; der Versuch wurde sogar scharf bekämpft, indem man 
anführte, daß es sich um eine verlorene Sache handle und daß es nicht möglich 
sei, eine Eingebornenkunst in unserer modernen Zeit am Leben zu erhalten. 
Und doch ist es erfreulicherweise gelungen! 
Eine große Ausstellung von Batikarbeiten und Geweben, die im Jahre 
Igox im Haag abgehalten wurde, und die Publikation von Rouffaer und 
Dr. Juynboll übten einen großen Einfluß aus und bildeten einen wichtigen 
Wendepunkt. Im Haag wurde einige Jahre später durch den Verein „Oost 
 
Batik aus Südchina ("The Kokka", Nr. x07)
	        

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