MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 10)

Diese Rotfärbung ist nur an der Oberseite zu finden, die Farbe muß 
also wie in den Sundaländern aufgestrichen worden sein. Neben Rot ist auch 
Schwarz, Grün und Gelb nachzuweisen. 
Solche gebatikte Streifen werden zwischen blanke und andersfarbige in 
Matten, I-Iüten und Dosen eingearbeitet und befinden sich auf Gegenständen 
von Neu-Guinea," Halmaherafi" Ambonfh" Nord-Celebesj" und Sangirj-i. 
Wenn man auf der Karte nachsieht, findet man diese Inseln geschlossen 
als den nordöstlichen Teil des Indischen Archipels, der an die Philippinen 
grenzt. 
Ältere Hüte aus der Minahasa auf Celebes im Museum zu Rotterdam sind 
oft ganz aus gebatikten Streifen angefertigt, und ein Exemplar (919) ist nach 
der Zusammenfügung aus Blattstreifen mit einem reichhaltigen Ornament in 
Batik versehen. 
Der Urtypus des Batikens ist somit gefunden und in so reicher Zahl von 
Gegenständen (die unten angegebenen Inventarnummern beziehen sich nur 
auf besonders typische Exemplare), daß es feststeht, diese Wachstechnik 
muß in diesem nordöstlichen Teile heimisch gewesen sein. 
Das Batiken wird mit diesem bedeutungsvollen Funde eine Technik 
von malaiisch-polynesischer Herkunft, die sich von dort über den Archipel 
verbreitet und vielleicht auch auf das Festland Asien befruchtend gewirkt hat. 
Das Batiken in Vorderindien ist aber so zu erklären, daß man, um mit 
Erfolg Stoffe in den Indischen Archipel absetzen zu können, die indonesische 
Wachsmethode dort eingeführt hat, genau wie viele jahrhunderte später 
die europäischen Kattundruckereien die beliebten Batikstoffe mit Harzdruck 
zu kopieren versuchten. 
japans Stellung erweckt in diesem Zusammenhange ebenfalls keine 
Schwierigkeit. Man ist noch nicht einig über die Herkunft der Japaner, man 
meint sogar, daß sie zum Teile zum malaiisch-polynesischen Stamme gehören. 
In diesem letzten Falle würde das jetzt verschwundene Batiken, das ver- 
mutlich in das jetzige Schablonieren mit Reisbrei übergegangen ist, eine 
Errungenschaft aus dem alten Stammbesitze sein._Denn auch auf Java kommt 
diese Schabloniertechnik vor, um billige Stoffe in Batikart herzustellen, und 
man würde fast geneigt sein, dieses Schablonieren japanischen oder chine- 
sischen Einflüssen zuzuschreiben, wenn das Verzieren mittels Schablonen 
nicht unter den Völkern Indonesiens mehrfach vorkäme. 
"' Museum in Roxterdam Nr. 6233. 11086 und 11346. 
m" Museum in Leiden. Serie 57544 und 32. Serie 1648429. 
H" Museum in Leiden. Serie 300-1254. 
1- Museum in Leiden. Serie 300-1603 und Museum Ronerdam Nr. 91g. 
11' Museum in Ronerdam Nr. 106.
	        

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