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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 10)

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Pelz, der schwarze Dreispitz, die weißen Strümpfe in schwarzen Schnallen- 
schuhen, der grüne F elssockel. Genau auch dieselben Abmessungen. Aber 
die Modellierung und namentlich die Bemalung weit flüchtiger und roher. 
Im hohlen Sockel, der hier am Unterrand nicht weiß, sondern bis 
hinunter grün und blau bemalt ist, findet man auf der Innenseite die ein- 
gepreßte Bezeichnung I-lerend. 
 
ZWEI RELIQUIARE FÜR DEN CAMPO SANTO 
IN ROM 51b 
AS Geleitwort, das seinerzeit vom geschäftsführenden 
Ausschuß der „Ausstellung für kirchliche Kunst 
in Wien im Jahre 1912" herausgegeben wurde, 
enthielt unter anderem auch folgende Sätze: „Die 
Ausstellungsleitung ist sich bewußt, daß die 
ganze Veranstaltung nur als ein Schritt zum Ziele 
betrachtet werden kann, dem andere noch folgen 
müssen. . . . Es wird aber notwendig sein, 
den betretenen Weg weiter zu gehen und sich 
weder durch errungene Erfolge einschläfern noch 
4 durch unvermeidliche Irrtümer zurückschrecken 
zu lassen." Wir freuen uns nun, hier zwei Werke vorführen zu können, die 
als ein solches Weiterschreiten auf dem betretenen Pfade und, man darf wohl 
sagen, als ein erfolgreiches Weiterschreiten angesehen werden können. 
Der Auftrag zu diesen Arbeiten konnte noch durch den genannten Aus- 
schuß beschafft werden; doch war es zunächst nicht möglich, in der Fülle 
der Aufgaben auch diese sofort befriedigend zu lösen. Mit der Geduld und 
dem liebevollen Verständnis für das Entstehen künstlerischer Werke, wie es 
wahren Kunstfreunden eigen ist, hat sich jedoch der Besteller, Monsignore 
de Waal, Vorstand des Campo Santo dei Tedeschif zu Rom, in die Ver- 
zögerung, die hier durch wiederholte Versuche mit verschiedenen Künstlern 
nötig war, zu schicken gewußt." 
Nach dem ganzen Sinne der Veranstaltung durfte die Ausstellung ja 
nicht davor zurückschrecken, Werke versuchsweise zu schaffen, auf die 
Gefahr hin, daß sie nicht den Beifall des Bestellers und anderer Kunstfreunde 
fänden, wenn sie nur in irgendeiner Beziehung Verdienst oder Wert für 
die Zukunft hätten. Es wurde dies in dem genannten Geleitwort offen 
ausgesprochen: „Wenn einige dieser Versuche zunächst auch nicht den 
gewünschten Erfolg hatten, so durfte sich das Komitee dadurch nicht ent- 
mutigen oder zurückschrecken lassen, sondern darin nur einen neuen Beweis 
dafür erblicken, wie groß eben die Entfremdung der Künstler von diesen 
" NB. Der Deutschen und Österreicher. 
k" Die Kosten der Ausführung wurden zum großen Teile erst nach der Ausstellung beschafft.
	        

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