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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

Bibliolhekssaal im ehemaligen Palais Liechtenstein in der Herrengasse in Wien, von Josef Hardtmuth 
werden heute hierin wahre Rekordpreise erzielt. Kühl bis ans Herz hinan 
aber stand man lange der Architektur jener Zeit gegenüber, man hat sich 
mit ihr nicht beschäftigt, außer um sie zu vernichten, die Archive wurden 
nicht studiert, man kennt die Namen der Baukünstler nicht oder wenn man 
sie kennt, so weiß man nichts von Herkunft, Entwicklungsgang und Lebens- 
verhältnissen ihrer Träger. Wer beschäftigte sich mit Amann, Hardtmuth, 
Kornhäusel, Lössl, Peter von Nobile, Montojer, Moreau, Schemerl von Leyten- 
bach? Ist es nicht befremdend und schmerzlich, daß der Name des Schöpfers 
eines der grandiosesten Werke der Baukunst jener Tage, des Palastes des in 
Österreich naturalisierten, ehemals russischen Botschafters, des Fürsten 
Rasumofsky, des Beethoven-Freundes, weder im „Führer durch Wien", 
noch in dem großen Werke des Ingenieur- und Architektenvereines über die 
Wiener Monumentalbauten, noch in den Ilgschen Charakterbildern aus der 
österreichischen Kunstgeschichte genannt ist? 
Merkwürdig, aber in der Sache begründet ist es, daß gerade jene, welche 
einer Regeneration unserer Kultur Raum schaffen wollen, zuerst wieder auf 
den hohen Ernst und die Werktüchtigkeit der Franziszeischen Baukunst auf- 
merksam wurden und sich an ihr aufrichteten und erholten von dem grauen- 
haften Bauelend, das über unsere Städte hereingebrochen ist. Der Gleich-
	        

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