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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

legen; außerdem wollen wir sie zu bestimmen 
versuchen. Die Sammlung gliedert sich in 
zwei große Gruppen, einerseits sind es die 
Flakons, die sicher oder wahrscheinlich Ar- 
beiten der Meißner und anderer deutscher 
Fabriken sind, und andrerseits die englischen 
Flakons, die in der dortigen Gesellschaft außer- 
ordentlich gesucht und beliebt waren und 
wohl der Hauptsache nach in der Manufaktur 
zu Chelsea angefertigt worden sind. Für beide 
Gruppen ist die Sammlung Cahn-Speyer von 
der höchsten Bedeutung. Sind die englischen 
Flakons fast alle unbezeichnet, so finden sich 
unter den deutschen Arbeiten zahlreiche 
, Stücke, die entweder markiert oder leicht 
Abb. 7. Figuraler . . , , , 
Meißnumakon und mit Sicherheit einer bestimmten Manu- 
faktur zuzuschreiben sind. 
Ihre Anregungen nahmen die ersten Modelleure der 
Meißner Frühzeit für die Flakons den in Edelmetall aus- 
geführten Riechfläschchen der späteren Louis XIV-Zeit. Es gibt jetzt noch 
genug Originale derselben, welche diese Abhängigkeit illustrieren, ebenso wie 
dieAugsburger Omamentstiche zum Beispiel desWüst, nach denen wiederum 
die Goldschmiede arbeiteten. Ein Meißner Flakon der Sammlung Cahn-Speyer 
in geschnittenem und geschliffenem roten Böttcher-Porzellan sowie zwei 
andere, der eine mit goldenen Chinoiserien (Abb. i; Fuß und Schrauben- 
verschluß in Messing montiert), der andere mit bunten, miniaturartig feinen 
Hafenszenen (Abb. 2; der gravierte Fuß und Stöpselverschluß aus vergoldetem 
Silber) lassen die starke Abhängigkeit von einem solchen 
Vorbild in Edelmetall deutlich erkennen. 
Dieser eben genannte zweite Flakon ist 
auf dem flachen breiten Körper des Gefäßes 
durch zwei ziselierte Bänder, Fuß und Hals 
sind durch Riefelungen gegliedert, die alle ver- 
goldet sind. In den oberen durch die Kreuz- 
bänder entstandenen Zwickeln sind Palmetten- 
ornamente aufgemalt, während die beiden 
Puttenmaskarons eisenrot angelegt sind. 
Schon bei der Betrachtung dieser drei 
Flakons fällt auf, daß sowohl der Fußring als 
der Deckel vom Goldschmied oder Gürtler in i 
Edelmetall oder Messing montiert werden 
mußten, in erster Linie, um den Flakon, wel- Abb. xo. 
cher doch dazu bestimmt war, wohlriechende  
  
Abb. 8. Figuraler 
Meißner Flakon 
  
Abb. g. Figuraler 
Meißner Flakon Essenzen aufzunehmen, entsprechend ver- Flakon
	        

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