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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

 
Abb. 39. 
Figuraler Chel- 
sea-Flakon 
Textblatt zu Tafel XLIV), einen zweiten be- 
malten mit weiblicher Halbügur hat das Weima- 
rer Kunstgewerbemuseum (abgebildet Graul- 
Kurzwelly Seite 41) und endlich einen dritten 
in etwas knorpeligen Rocailleformen mit bunten 
Landschaftsmedaillons die Königliche Porzel- 
lansammlung in Dresden (abgebildet ebenda 
Textblatt zu Tafel XV). Die Sammlung Cahn- 
Speyer enthält gleichfalls zwei Kloster Veils- 
dorfer Flakons, von denen das eine Modell ein 
zweites Mal in der Sammlung Dr. von Oster- 
mann in Darmstadt vorkommt (abgebildet in 
meinem Aufsatze über die Porzellangalanterien 
dieser Sammlung, im „Cicerone" 191 o, Seite 2 I). 
Es stellt einen Krämer dar (Abb. 27), aufrecht 
stehend auf einfachem Sockel und angelehnt 
an einem Baumstamme; auf dem Rücken trägt 
 
Abb. 4a. Figuraler 
Chelsea-Flakon 
er an zwei Bändern über den Schultern den Tragkorb mit allerlei Gefäßen 
in drei Abteilungen, oben darauf steht eine kleine bauchige Vase. Der 
Mann hat hellgelbe Hosen, einen hell lilafarbenen Rock und einen schwarzen 
Hut. Den Verschluß des Flakons bildet ein kleiner abnehmbarer Hund aus 
vergoldetem Messing, der auf dieser kleinen Vase ruht. Der Sockel ist mit 
einer gravierten vergoldeten Messingplatte gefaßt. 
Der zweite Flakon (Abb. 28) aus derselben Modellierstube ist ein bärtiger 
Mann mit breitrandigem schwarzen I-Iute, schwarzem Mantel und lilafarbenem 
 
Abb. 4 x . Figuraler 
Chelsea-Flakon 
Kaftan, einem gestreiften breiten Schal um 
die Hüfte als Gürtel. Die Rechte ruht auf 
dem Gürtel, der linke Arm auf dem Baum- 
stumpf und die Hand hält einen sackähnli- 
chen Gegenstand. Den Verschluß bildet ein 
Stöpsel, der auf dem Baumstamme hinter 
der linken Schulter angebracht ist. Sockel- 
bildung und Montierung sind wie bei dem 
ersten Flakon. Die Kloster Veilsdorfer 
Provenienz ist wohl als sicherstehend zu 
betrachten. Die Farben und die Art der 
Bemalung zeigten Übereinstimmung mit 
signierten staffierten Figuren der Fabrik, 
und besonders charakteristisch sind die 
stark rot aufgetragenen Flecken auf den 
Backen, für die das Ostermandsche Flakon 
zu vergleichen ist, und ebenso analog er- 
scheinen die Formen der Modellierung. Fi- 
guren wie der Weimarer Stockgriff, der 
 
Abb. 42. Figuraler 
Chelsea-Flakon
	        

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