MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 5)

229 
Verbreitung fand. Der „Ausschneidebogewß inWien auch der„Mandelbogen" 
hat einst eine sehr große Popularität besessen und ist heute noch sehr ver- 
breitet. In einer Vitrine der Ausstellung ist auch eine Gruppe von vermutlich 
lithographierten, dann bemalten und ausgeschnittenen Papierscldaten zur 
Schau gestellt, welche unserem ehrwürdigen Kaiser in seiner Jugend als 
Spielzeug dienten. Diese Darstellungen haben einen Zusammenhang mit der 
so sehr entwickelten Gattung der lithographierten Soldatenbilder, welche 
die militärisch bewegte Zeit der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts 
hervorrief. 
In ihrem Dienst standen auch bei uns selbst hervorragendere Künstler 
und sehr geschickte Zeichner, denen dieses Gebiet mitunter fast zur Lebens- 
Zinnsoldaten, österreichische Typen, in der Fachschule des Professors Josef Breitner ausgeführt vom Schüler 
Benno Rost 
 
aufgabe wurde. Als der Nachlaß Franz Gauls zur Versteigerung gelangte, 
kam eine besonders große Sammlung solcher Blätter zum Vorschein, die einen 
interessanten Einblick in militärische Sitten und Gebräuche, aber auch in 
die gut erzählende und lebendig darstellende Zeichenkunst der Zeit gewährten. 
Die Namen von Pettenkofen, L'Allemand sen., J. Schindler, Adam, Straß- 
gschwandtner, Kriehuber, Gerasch, Zampis und so weiter finden sich auf 
I-Iunderten von Blättern, die weiteste Verbreitung genossen und unter denen 
viel für den kindlichen Gebrauch Bestimmtes zu sehen ist. 
So kam einst dem lithographierten Blatt eine künstlerische Beeinflussung 
zugute, die auch in den flachen Zinnsoldaten weiter wirkte. Auch für diese 
Industrie haben die geübten Zeichner Tiichtiges geschaffen, wie ja stets eine 
Periode zeichnerischer Entwicklung in allen" verwandten Gebieten fühlbar ist. 
Sicherlich könnte dem flachen Zinnguß in bunter Bemalung heute 
wieder eine ganz neue Note gegeben werden, die mit dem Grundcharakter 
30
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.