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Full text: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 5)

die uns die schlichte Größe und Sachlichkeit jener in schweren Kriegszeiten starken und 
schöpferischen Epoche vorbildlich vor Augen zu führen hätte. Eduard Leisching 
RANKENTHALER PQRZELLANÜK Friedrich H. I-Iofmanns stattliches, zwei- 
bändiges Werk, dieses prächtige Corpus der aus der Frankenthaler Porzellanfabrik 
hervorgegangenen Arbeiten, bildet ein Novum in unserer keramischen fachwissenschaft- 
lichen Literatur, weil es einen möglichst vollständigen Katalog der künstlerischen Produk- 
tion der Frankenthaler Fabrik enthält und außerdem jedes Objekt in bunter oder schwarzer 
Reproduktion abgebildet erscheint. In erster Linie hat Hofmann alle ihm bekannt ge- 
wordenen plastischen Werke, die Figuren und die Gruppen, gebracht, wobei er auf Grund 
des urkundlichen Materials, dann der, allerdings recht spärlichen, Signaturen und durch 
außerordentlich geschickt und beweiskräftig durchgeführte stilistische Vergleiche die Ar- 
beiten der einzelnen Modellmeister zusamrnenstellte. Der großen Masse des Frankenthaler 
Gebrauchs- und Luxusgeschirres gegenüber hat der Verfasser sich auf eine Auswahl der 
besonders charakteristischen und beliebten, sowie künstlerisch wertvollen Typen und 
Dekorationsarten beschränken müssen; eine schwierige Arbeit, die mit ebenso viel Takt 
wie Sachkenntnis durchgeführt erscheint. 
Die Reproduktionen, sowohl die bunten, in kombiniertem Verfahren ausgeführten, 
wie die einfärbig schwarzen, gehen auf gute Aufnahmen zurück, die bei den Gruppen 
wirkungsvolle Silhouetten ergeben. Die Opferwilligkeit und Großzügigkeit des Verlegers bei 
der Ausführung der 208 Tafeln mit Abbildungen muß besonders hervorgehoben werden. 
Die Voraussetzung des Buches war die große, durch Hans Stegmanns Energie 
ermöglichte Ausstellung von altem bayrischen Porzellan, die im Jahre 190g im National- 
museum zu München veranstaltet wurde und die gerade für die Frankenthaler Fabrik auch 
dem Kenner die freudigsten Überraschungen brachte. 
Eine sehr sympathische weitere Folge dieser Ausstellung war ja auch die x91: von 
I-lofmann durchgeführte Einrichtung des Porzellankabinettes in der königlichen Residenz zu 
München, in welchem die schönsten, bisher im königlichen Gardemeuble zu München und 
in den Schlössern zu Bamberg, Würzburg, Bayreuth und Ansbach aufbewahrt gewesenen 
Porzellanwerke aufgestellt wurden. 
Hofmann hat dem ersten Bande seines Werkes eine knappe, aber inhaltsreiche histo- 
rische Einleitung vorausgeschickt, die auf dem sorgfältigen Studium der Fabriksakten 
beruht. Sie gibt die Grundzüge einer breiten wissenschaftlichen Entwicklungsgeschichte 
der Frankenthaler Fabrik, die der vom Verfasser angekündigte dritte Band in ausführlicher 
Darstellung bringen soll und dessen Erscheinen wohl nicht zu lange auf sich warten 
läßt. Wir hoffen, daß Hofmann, der als Ritter des eisernen Kreuzes auf dem westlichen 
Kriegsschauplatz vor dem Feinde steht, nach seiner glücklichen Rückkehr uns bald dieses 
Buch bescheren wird. „Arte et Marte" lautet die hübsche Devise auf der Medaille eines 
Teschner Herzogs in der Renaissancezeit. Wir dürfen wohl mit diesem Wahlspruch auch 
den Kunstgelehrten ehren, der für sein Vaterland kämpft. E. W. Braun 
    ÖSTER- 
R ä äliäßH-EN   ß i 
  
CHAÜSTELLÜNG VON ZINNSOLDATEN. Diese Ausstellung wurde bis 
7. Mai von 78.374 Personen besucht. Im Hinblick auf den auch weiterhin zu gewärti- 
genden starken Besuch wurde die Ausstellung bis 24. Mai verlängert. 
' Frankenthaler Porzellan von Friedrich H. Hofmann, zwei Bände. F. Bruckmann A. 5., München. xgx I. 
x75 Mk.
	        
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