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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 5)

ZOO 
nicht missen wollen, auch wenn man der Theorie von dem alleinselig- 
machenden Flachstil huldigt. Denn auch hier kommt es wie überall nur 
darauf an, daß der richtige Meister seine Löwentatze auf das Problem legt. 
Niemals hat freilich ein wahrer Meister die technischen Bedingungen 
außer acht gelassen, die hier in weit stärkerem Maße als bei allen andern 
Gestalten der Bilderzeugung (auch Mosaik nicht ausgenommen) die Form 
in Entwurf und Ausführung bedingen. Handelt es sich im wesentlichen doch 
um Flächen, die durch Stab- oder Maßwerk und durch die Fugen der 
Verbleiung wie der eisernen Sturmstangen gegen Winddruck zu schützen 
und damit zu gliedern waren. Ein Glasgemälde ist in erster Linie eine 
mosaikartige Zusammenstellung vieler bunter, in sich gleichmäßig (oder 
nahezu gleichmäßig) gefärbter Glasstücke. Seine Hauptlinien fallen mit den 
Bleistegen zusammen, welche die Gläser umfassen und zusammenhalten, und 
seine Umrahmung mit dem steinernen Maßwerk und der eisernen Armatur. 
Der Innenzeichnung durch aufgebranntes Schwarz- oder Graulot, durch 
aufgeschmolzenes und geschliffenes Silbergelb, Schmelzblau oder Eisenrot, 
durchAusra- 
dierung aus 
schwarzen 
Flächen und 
noch kompli- 
ziertere Ver- 
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der Tafelma- 
lerei erhöht 
sich auch ihre 
Schwerkraft, 
bis sie in den 
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ben, vor al- 
lem Schwei- 
Heilige Elisabeth. aus der Elisabethkirche in Marburg, XIlLjahrhundert (nach Heincrsdorfl) zerHerkunft,
	        

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