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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 9)

Rücksichten der Erzeugung zugeführt 
sein können. Da finden wir die Lampen; 
Vasen, Flaschen aus Porzellanglas mit 
bunter Bemalung, die um 1850 und 1860 
so weite Verbreitung genossen, noch 
immer vertreten. Da sehen wir von Über- 
fangarbeiten und Gravierungen und Ät- 
zungen gerade jene iigurenreichen und 
auffallenden Arbeiten, die Prunkabsichten 
zeigen, besonders bevorzugt. Von Be- 
malungen sind die buntesten und derb- 
sten, von Metallüberzügen die unruhig- 
sten exportfähig. 
Amerika konsumiert Nachbildungen 
von alten Glasarbeiten und reiche Gold- 
gläser billigerer Art. Bei solchen Dingen 
fällt besonders ins Auge, daß sehr oft 
Motive und Dekorationsweisen, die an 
kleinen Stücken oder bestimmten Formen 
Berechtigung hätten, für Vergrößerungen 
oder ganze Service und Formen, zu 
denen sie nie geeignet sein können, Ver- 
wendung finden. Es fällt ins Auge, daß 
das Festhalten an alten Überlieferungen 
zumeist weniger vom Verständnis für 
Qualität als von einer Mode bestimmt 
wird, die äußerlich bleibt. Das schwierige 
Problem der BeeinHussung von Moden 
wird um so komplizierter, als es sich um 
Moden anderer Länder, weiter, ferner 
Absatzgebiete handelt. 
Wir sehen die maßgebende Bestel- 
lung von fremden Faktoren ausgehen, 
die von den Erzeugern berücksichtigt 
werden müssen, wenn sie wirtschaftlich 
prosperieren wollen. Man rnuß über die 
technische Vielseitigkeit und Leistungs- 
fähigkeit der Glasindustrie staunen, die 
solchen Forderungen nachkommen kann 
und will. Zugleich erschreckt die Schwie- 
rigkeit und Kompliziertheit des Problems, 
wenn man die Notwendigkeit einer Neu- 
gestaltung ins Auge faßt. Wenn wir die 
"i'll 
Ausstellung österreichischen Kunst- und Export- 
glases im Österreichischen Museum. Karl Gold- 
berg, Haida, durchschlißener opaker Überfang 
Behälter für Gangeswasser sehen, wenn wir erfahren, daß ein neuer kaiser-
	        

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