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Full text: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 9)

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kritischer Prüfung der Qualität hätte allein jene Gruppe von Arbeiten 
beifällig aufgenommen werden können, welche künstlerische Eigenschaften 
besitzt und in diesem Sinne „Kunstglas" genannt wird. 
Vom Standpunkte der industriellen Ziele rnußte aber der Rahmen 
weiter gesteckt werden. Die Ausstellung gibt die wichtige Tatsache der 
Öffentlichkeit zur Kenntnis, daß „Exportglas" nicht immer „Kunstglas" ist, 
wenn es auch scheinbar auf seinen Wegen wandelt und früher daraus 
hervorging. Ohne daß es in der Absicht der Schaustellung lag, nur durch 
die Klarstellung der tatsächlichen Verhältnisse gibt nun die Zusammen- 
stellung jener Stücke, welche in großen Mengen ins Ausland gewandert 
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131.1 . 
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Ausstellung österreichischen Kunst- und Exporrglases im Österreichischen Museum. j. k L. Lobmeyr, Kristall- 
gefäß mit Schmuckfiguren in Gemmenschnitt, Entwurf von M. Powolny 
und nach den Wünschen und Forderungen der einzelnen Absatzgebiete 
geartet sind, ein Bild davon, was in vielen Kulturstaaten der Erde von 
böhmischem Glas ausgewählt und gesucht wird. 
Dieses Exportglas ist in einer eigenen Abteilung zusammengefaßt, nach 
Ausstellern und nach den Ländern des Exportes gruppiert. 
Hier ist ein Studiengebiet für den Wirtschaftspolitiker, für den 
industriellen Fachmann geschaffen, das allen Freunden künstlerischer 
Entwicklung aber wohl weniger Freude bereitet; wenn es auch hauptsächlich 
von den Faktoren Angebot und Nachfrage beeinflußt ist, wie sie bis heute 
wirksam waren, so zeigt es zugleich den großen Abstand, in dem sich jene 
Faktoren von den wünschenswerten Schönheitsgeleisen bewegen. Der heutige 
Zustand und dessen Lehren für die Zukunft bilden ebensosehr die Sorge des
	        

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