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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 10)

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war, als Arbeiten Johann Georgs bezeichnet. Unsere Abbildung zeigt die 
Qualitäten dieser Kompositionen: die wohlabgerundete Gruppierung, die 
Bedachtnahme auf eine gute Silhouette und auf das Luftomament, die 
breite, flächige, dem Material angepaßte Führung des Schnitzmessers. Die 
gleichen Qualitäten zeigen analoge Hatzgruppen aus weißgebranntem Ton, 
Wolf, Eber, Stier und Bär mit je drei oder vier Hunden und ein Hund 
allein in der Kremsmünsterer Kunstkammer und die sechs kalt bemalten 
Tiergruppen aus gebranntem Ton (Hirsch, Löwe, Bär, Eber, Wolf und 
Stier) in St. Florian. Die Anregung der Stiche Riedingers ist für diese 
Kompositionen wohl kaum von der Hand zu weisen; ihr Zusammenhang 
mit den analogen Porzellanplastiken bleibt noch zu untersuchen. 
Niederländischen Ursprungs dürfte das flott modellierte, leider stark 
beschädigte ovale Hochrelief mit der Darstellung eines Bacchantenzugs 
(gebrannter Ton, Höhe 34 Zentimeter, Breite 46 Zentimeter) sein, das vom 
Formengeiste des Rubens inspiriert ist, ohne sich jedoch mit einer bestimmten 
Komposition des Künstlers zu decken (Abb. 28). Von einem Satyr, der in der 
Linken eine Amphora trägt, und von einer vollbusigen Bacchantin gestützt, 
bewegt sich der schmerbäuchige, traubenumkränzte Silen schwerfällig nach 
vorwärts; das Haupt des greisen Zechers ist müde auf die Brust gesunken. 
Hinter dieser Hauptgruppe ist in schwä- 
cherem Relief ein sich wild umschlin- 
gendes Paar (Satyr und Mänade)adarge- 
stellt. Ein Satyr mit einem Thyrsus, eine 
Flötenbläserin mit einem Putto und vier 
andere Satyrn schreiten in trunkenem 
Tanzschritt voran. Die Modellierung, 
besonders der nackten Teile, ist vorzüg- 
lich, über die Provenienz der inter- 
essanten Arbeit schweigen leider die 
Museumsakten. 
Bald nach 1683 dürfte die inter- 
essante Barockkomposition entstanden 
sein, die uns Kaiser Leopold I. als Sieger 
über die Türken vorführt (gebrannter 
Ton, Höhe 33 Zentimeter). Die Büste 
des Kaisers, der mit emporgewandtem 
Kopf und mit einem Lorbeerkranz in 
der Allongeperücke dargestellt ist, ruht 
auf einer mit einem Fries von Akanthus- 
blättern eingefaßten Tragüäche auf, 
' welche von zwei knienden, mit den 
Händen im Rücken gefesselten halb- 
nackten Türken gestützt wird, von denen 
Abb. 3x. Heilige Maria, das Jesuskind anhetend, 
Gruppe aus gebranntem Ton, Oberösterreich, An- _ _ n 
fing des xvm. jahrhunden: der eine beturbant ist, wahrend der
	        

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