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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 10)

keiten (Abb. 7). Das von vorn gesehene Brustbild eines Mannes in mitt- 
leren Jahren stellt die sehr gut modellierten Züge einer wohlgenährten 
Persönlichkeit mit hoher Stirn und langen Locken, ruhig und fest auf den 
Beschauer gerichtetem Blick und ordengeschmückter Brust dar. Sein Name 
soll Musowsky lauten. 
Von den Heuberger werden in Wien mehrere erwähnt. Leopold war 
ein bedeutender Porträtist. Seine gepreßten oder geprägten Schau- und 
Denkmünzen erfreuten sich großer Beliebtheit und waren auf der Erz- 
herzog Karl-Ausstellung 1909 in Wien und auf der Breslauer Jahrhundert- 
Ausstellung 1913 in stattlicher Zahl zu sehen. Sie tragen zumeist nur 
den Familiennamen und bloß ausnahmsweise das vorgesetzte L. So an dem 
Goldrelief des Olmützer Erzbischofs Erzherzog Rudolf im Brünner Erzherzog 
Rainer-Museum. Im Jahre 1786 geboren, war Leopold Heuberger Münz- 
graveurscholar in Wien, hat auch Schraubenmünzen für gestochene Bild- 
nisse und mit Franz Detler Gußplaketten für die Weicheisengießereien in 
Traisen und in Gleiwitz mit teilweise vortrefflichen Bildnissen geschaffen. 
Er starb 1839. Es wird Gelegenheit sein, darauf demnächst zurückzukommen. 
Das Petersburger Wachsrelief diente vermutlich als Gußmodellf 
EINE FOLGE VON NÜRNBERGER PLAKET- 
TEN MIT PASSIONSDARSTELLUNGEN AUS 
DEM DÜRER-KREISEE  VON DR. EDMLUND 
WILHELM BRAUN-TROPPAU 50' 
- ) AX Bernhart hat im zweiten Heft des „Archivs für Me- 
" daillen- und Plakettenkunde" (1914, Seite 82 ff.) eine 
Reihe von Medaillengüssen und Plaketten in Blei 
bekanntgemacht, welche alle auf der Rückseite die- 
selbe Hausmarke eingeschnitten tragen. Die Medail- 
len stammen aus der Zeit von I5I8 bis 1532 und sind 
fast durchgehends in Augsburg entstanden, sodaß 
wir die Gießerwerkstätte mit der allergrößtenWahr- 
scheinlichkeit gleichfalls in dieser Stadt anzu- 
nehmen haben, und zwar war es, wie Bernhart 
wahrscheinlich macht, vielleicht die des Rot- 
schmiedes Urban Labenwolf, der von 1512 bis 1548 daselbst ansässig war. 
An Plaketten" (Bleigüssen) mit diesem Hauszeichen führt Bernhart vier an, 
die dem Berliner Kaiser-Friedrich-Museum gehören. Es sind dies Christus 
am Ölberg (Vöge 70g), Christus vor Pilatus (Vöge 710), Christus vor Kaiphas 
(Vöge 711) und endlich Christus am Kreuz (Vöge 712). Das Germanische 
i" Dieser Aufsatz ist in „Kunst und Kunsthandwerk", xgi4, Seite 534, Anmerkung "' als im „Archiv für 
Medaillen- und Plakettenkunde" erscheinend zitiert. 
"l Vgl. die Abbildungen bei Vöge (Beschreibung der Bildwerke der christlichen Epochen in den könig- 
lichen Museen zu Berlin. 2. Aufl.) und Bemhart. 

	        

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