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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 12)

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besitzen muß, erstreckt er 
sich später auf die ganze 
Wand bis zur Decke. 
Schwere Profile um- 
rahmen das Feuerloch, 
mächtige Gesimse über- 
decken den oberen Rah- 
menteil, der nicht selten 
figuralen Schmuck zu tra- 
gen hat. Die Rückwand 
der Feueröffnung erhält 
einen Schmuck aus Guß- 
platten mit reichem Relief. 
Es ist naheliegend, 
daß auch die Barockzeit, 
in der italienischer EinHuB 
andauerte, diesem dank- 
baren Motiv viel Aufmerk- 
samkeit schenkte. So zei- 
gen alle Schlösser des Prin- 
zen Eugen interessante und 
schöne Kamine, wie sie 
auch in den vielen Adels- 
palästen nicht selten sind, 
welche der prunkliebenden 
Zeit des Aufschwunges 
feudaler Macht und kirch- 
licher Hierarchie ihre Ent- 
stehung verdankten. 
Der Platz des Kamins 
ist aber nicht immer die 
Wandmitte. Namentlich in 
kleineren, in polygonalen 
oder nicht streng architek- 
tonisch gegliederten Gemächem ist die abgeschrägte Ecke ein häufiger 
Kaminplatz; naturgemäß erlangt aber dann der Schmuck nicht mehr dieselbe 
starke Betonung wie in der Wandmitte. 
In den vornehmen Wohnräumen der Gebirgsländer, besonders in Tirol, 
Kärnten, Steiermark, wo schönes Getäfel die Wände schmückt, ist der 
welsche Kamin seltener anzutreffen. Nur in Vorhallen und ungetäfelten 
Räumen ist er auch dort zu finden. Bei alten Anlagen herrscht zumeist ein 
richtiges Gefühl dafür, wie in einem Wohnraum die Verbindung zwischen 
der Holz- und Steinarchitektur zu lösen ist, welche letztere von der Feuer- 
stelle nicht zu trennen ist. Für diesen Fall haben die Ostsee- und Nord- 
Ofen im Schloß Amhras
	        

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