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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 12)

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vorherrschend. In der Wand wird ihm eine Nische vorbereitet, weil er die 
Architektur und Disposition der Einrichtung nicht stören darf. Am liebsten 
sieht man ihn in der Ecke, welche er abzustumpfen bestimmt ist. 
Wie mit den Kaminanordnungen, so befassen sich auch mit den Ofen- 
bildungen die zahlreichen Kupferwerke, welche von Architekten und 
Künstlern des Innenraumes herausgegeben wurden (Schübler und andere). 
Die Linienführung, die plastische Gliederung der Wandiiäche, wirkt auf 
den Ofen und seinen Schmuck zurück. Ganz freies Ornament, das auf die 
Fugenteilung der Kacheln keine Rücksicht nimmt, belebt die Fläche und 
den Umriß. So werden oft große Stücke, die frei geformt werden müssen, 
zusammengebaut. Oft sieht man 
ein zartes Blau, Grün, Gelb als 
Grundfarbe, von dem weißes 
Relief sich abhebt. Oft ist ver- 
goldetes, selten versilbertes Or- 
nament der Schmuck. Auch vor 
dem wildesten und gewagte- 
sten Schnörkelwerk schreckt 
schließlich der Keramiker nicht 
mehr zurück, so daß manchmal 
keine gerade, keine ungebro- 
chene Linie am Ofen zu er- 
blicken ist. 
Endlich führt der Klassizis- 
mus wieder eine strenge Form- 
gebung in den Ofenbau. Aber 
auch jetzt gilt nicht mehr die 
Kachelform als maßgebend; 
jetzt herrscht nicht minder 
die architektonische Linie. Nur 
zeigt sich immer mehr die Vor- 
liebe für den Säulenofen, der 
weite Verbreitung und zierliche 
Durchbildung erhält. 
Die große Zylinderfläche 
bekommt zarten Reliefschmuck, 
leichte Gehänge. Nach oben 
schließt ein Kranzgesims und 
darüber eine Vase den Aufbau. 
Manchmal versteigt sich die 
Neigung zur Sentimentalität da- 
zu, dem ganzen Ofen die Form 
jener Grabdenkmale zu geben, 
bei denen eine trauernde Figur 
Ofen in der bischöflichen Residenz zu Würzburg
	        

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