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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 12)

einen glatten Sockelbau bekrönt. Manchmal führt die Liebe zur symme- 
trischen Gestaltung dazu, zwei gleiche Öfen, von denen der eine ein blindes 
Schaustück bleibt, zu beiden Seiten einer Wandgliederung anzuordnen. 
Solche spielerische Dispositionen zeigen nur um so deutlicher die Unter- 
ordnung der Ofenform unter die Gesetze 
der Raumbildung, welche dem Ofen keine 
selbständige Geltung mehr läßt. Daneben 
sind zierliche und anmutig gegliederte 
Öfen über kreisförmigem Grundriß nicht 
selten, die an die Formen der Drechsler- 
arbeiten erinnern. Sie vermögen kleine- 
ren, intimeren Räumen Schmuck zu ver- 
leihen. 
In der Mitte des XIX. Jahrhunderts 
wird der sogenannte schwedische Ofen 
allgemein. Er ist charakteristisch für die 
Bürgerwohnung und zeigt die größte Aus- 
nutzung als Wärmequelle dadurch, daß 
über dem vierkantigen Heizkörper die 
notwendigen „Züge" sichtbar gemacht 
werden. Dadurch entstehen Nischen und 
ganz durchbrochene Teile, die dem zu- 
meist weißen Ofen ein gefälliges Aus- 
sehen und eine mannigfaltige Verwen- 
dungsmöglichkeit geben. 
Nach einer Periode von wenig er- 
freulichen Kopien oder Imitationen der 
Öfen aller Perioden und Stilrichtungen ist 
die jüngste kunstgewerbliche Bewegung 
wieder zum konstruktiven Ofenbau zu- 
rückgekehrt, der einfache kubische Grund- 
formen bevorzugt. Die Kachelform und 
ihre Zusammensetzungsstelle, die Nut, 
werden nicht mehr unterdrückt, sondern 
womöglich betont. 
Sei die Oberfläche der Kacheln ganz 
glatt oder erhalte sie einen reichen und 
dem Umriß angepaßten Reliefschmuck; 
der regelmäßige Wiederholung verträgt, 
immer bleibt die Entstehung des Aufbaues aus gleichmäßigen, dem Brande 
unterworfenen Formstücken betont, die gewagtem Formenspiel wider- 
spricht. 
Es haben sich tüchtige Bildhauer mit der Schaffung von Kachel- 
modellen beschäftigt und dabei mit dem elfenbeinweißen Majolikamaterial 
Ofen im Schloß Neuwartenburg (Oberösterreich)
	        

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