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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 12)

der Festmünze, die anläßlich des sechzigjährigen Regierungsjubiläums an 
sämtlichen österreichischen Schulen zur Ausgabe gelangte. 
Auch eine türkische Kriegsgedenkmünze „Inschallah" gibt es bereits. 
H. Dietrich hat auf einer achteckigen Plakette in Erzguß einen stürmenden 
Türken mit der Fahne dargestellt, der seine bedrohte Moschee befreit. 
Zugunsten der Kriegshilfe des Ministeriums des Innern ist weiters eine 
Reihe von Schaumünzen in Eisenguß herausgegeben worden. Vier von ihnen 
stammen von W. Hejda: die „Abwehr", ein nackter kniender Mann, gut in die 
Rundung gesetzt, das Schwert auf den Knien und mit den kräftigen Händen 
das Schild mit dem Reichsadler vor sich stemmend; dann der stehende Held, 
der, auf sein Schwert gelehnt, den Doppelaar zur Seite, einer „Welt von 
Feinden" trotzt, die in Gestalt einer gewaltigen Natter sich um seinen Fuß 
geringelt hat. Auch der grauenerregende phantastische Fisch mit zwei 
Torpedos unter den Armen, als Sinnbild des Unterseekrieges und die größere 
Darstellung des Kaisers zu Pferde, der vorn geflügelten Genius geleitet über 
die Feinde triumphiert, ist von Hejda. Alfred Hofmann hat die Proiilköpfe 
des Erzherzogs Eugen und Conrad von Hötzendorfs modelliert, ersteren 
nicht ganz glücklich. Von Drobil stammt der Fahnenschwinger von Przemysl, 
der über den Leichen der Besiegten das Sinnbild der Befreiung flattern läßt. 
H. Zita hat „den Helden der Adria von Trapp und Lerch" eine Neptun- 
darstellung gewidmet, H. Schwathe den 30-5 Zentimeter-Mörser porträtiert. 
Von Weinberger gibt es die erste gemeinsame Drei-Kaiser-Münze mit den 
Proiilköpfen Kaiser Franz Josephs, Kaiser Wilhelms und des Sultans; auf der 
Rückseite ein römischer Triumphator zu Pferde, den die Fortuna geleitet. 
Ob die überwiegend malerische Behandlung dieser Reliefs zu dem 
Charakter des Eisens ebenso gut paßt wie zum Erzguß, möchte ich bezweifeln. 
Eine große ungarische Eisengußmünze von Zutt mit einem prächtig stili- 
sierten Herkules, der die Hydra tötet, wirkt in ihrer kraftvollen Durchführung 
jedenfalls weit monumentaler. 
Auf breitere Schichten als Abnehmer rechnen ebenso wie jene Becher 
auch die Münzprägeanstalten des Deutschen Reiches. Hier hat L. Chr. Lauer 
in Nürnberg (1790 begründet) silberne Gedenktaler mit Bildnissen der deut- 
schen Fürsten und Heerführer in den Handel gebracht; die verbündeten Kaiser 
vereint, dann Kaiser Wilhelm und den Kronprinzen, die Könige von Bayern 
und Sachsen, Hindenburg und Beseler, den Eroberer von Antwerpen und 
Nowo-Georgiewsk, den Kapitän der „Emden", auf den Rückseiten oft mit 
glücklich in die Rundung komponierten Darstellungen verständlichster 
Allegorie, etwa die beiden Adler, die dem gallischen Hahn, der englischen 
Bulldogge und dem russischen Bären zusetzen. 
Der ernstere, künstlerisch wertvollere Ton des Erzgusses kommt in 
einer Reihe teils recht guter Gedenkmünzen zum Ausdruck, die Karl Poellath 
in Schrobenhausen (Bayern) nach Entwürfen von Max Dasio, Gies, Achten- 
hagen, Rettmaier, Hofmann, Lehzen, Wysocki und Poellath selbst zur Aus- 
führung brachte.
	        

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