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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 12)

schönsten in Krakau von Veit Stoß) fehlt selten der Steinkamin mit der 
vorgekragten abgestumpften Pyramide. Der Burgenbau kennt ihn in seiner 
primitiven, derben Gestalt und zeigt häufig auch noch den außen vorge- 
legten Schornstein, der zumeist ebenfalls von kurzen Konsolen getragen 
wird; von Südtirol bis in 
das Donautal zeigen die 
ältesten Anlagen einen 
verwandten Typus, der 
darauf schließen läßt, daß 
wohl bis zur Renaissan- 
cezeit der Kamin auch in 
Österreich die vorherr- 
schende Heizeinrichtung 
vornehmerRäumebildete. 
Wiewohl frühe Ofen- 
anlagen erhalten sind und 
gerade inÖsterreich schö- 
ne Beispiele mittelalter- 
licher Hafnerkunst vor- 
kommen, ist anzunehmen, 
daß der schön ausgebil- 
dete Kachelofen vorerst 
nur auf kleinere Gebiete 
beschränkt blieb, von de- 
nen der Aufschwung der 
I-Iafnerkeramik ausging 
und daß er in der ersten 
Zeit seiner Entwicklung 
nur dem vornehmen Raum 
zugute kam. Dagegen ist 
der Steinkamin überall 
verbreitet und überall 
ein Liebling der Archi- 
tekten gewesen. 
Er ist so recht ge- 
eignet, die Wandmitte zu 
betonen und ein großes 
Motiv der Wandbildung 
vorzubereiten. Überall 
dort, wo die Gestaltung des Innenraumes die sichtbare Verwendung von 
Stein oder Stuck gestattet, ist dem Kamin ein Ehrenplatz gesichert. 
Aus kostbarem Material wird vor allem der architektonische Rahmen 
der Öffnung gebildet, zur Renaissancezeit zeigt er die Anwendung der 
Säulenarchitektur und des Gebälkes. Die pyramidale Mantelform wird aber 
Ofen im Thonvinischen Haus in Kaltem (Tirol)
	        

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