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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 3 und 4)

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umfaßt über hundert Bronzen, Fayencen, Holzschnitzereien, Malereien, Möbel 
und vieles Andere von antiker, mittelalterlicher und Renaissanceart, zumeist in 
italienischer, aber auch in anderer Richtung. Es sind Stücke, die der bekannte 
kenntnisreiche Sammler zum größten Teile gewiß sofort in der richtigen Er- 
kenntnis erworben hat, wieviel man aus solchen Dingen lernen könne. Wollten 
wir diese Stücke jedoch abbilden, so würden sie eben als echte und dann 
vielleicht als nicht besonders bemerkenswerte Arbeiten erscheinen; denn daß 
es Fälschungen sind, erkennt man vielfach erst bei genauerer Untersuchungdes 
 
Klavizimbel, bezeichnet als Werk des J. D. Dulcken, Antwerpen. x745 (Untergestell 
erneut). Geschenk des Herrn Dnjoseph Kranz 
Materials, der Farbe, der Oberllächenerhaltung und so weiter. Uninteressante 
Nachahmungen hat ein solcher Kenner begreiflicherweise nicht erworben, und 
solche brauchte man auch nicht erst in einem Museum zu suchen, da sie bei der 
heutigen Sammelwut im Besitze jedes Anfängers zu finden sind und manch- 
mal auch den I-Iauptbestand größer gew0rdenerSammlungen ausmachen. Man 
darf übrigens nicht übersehen, daß in einer so reichhaltigen Fälschungs- 
Sammlung auch eineFülle materiellenWertes,menschlicherArbeit undGeistes- 
tätigkeit steckt, einer Tätigkeit, die, ursprünglich auf Böses gerichtet, nun Gutes 
schafft. Man gründet ja auch „Polizeimuseen" und dies wohl nicht, um die 
Verbrecher anzuspornen, sondern um ihnen das Handwerk eher legen zu
	        

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