MAK

Full text: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 3 und 4)

INE der letzten Erwerbungen, die für die kera- 
mische Sammlung des k. k. Osterreichischen Mu- 
und eine Teeschale mit Untertasse aus der Wiener 
Porzellanmanufaktur, deren bunter Dekor außer- 
. ordentlich fein und sorgfältig ausgeführte Gesell- 
' schaftsbilder in Landschaften zeigt, sogenannte 
„Watteau-Szenen" in Vierpaßfeldern (Abb. 1 bis 3). 
Die übrige Fläche dieser Geschirre tragen spärlich 
verteilte zierliche lilafarbene Streublumen mit grünen 
Blättchen. Die Ränder, der Henkel, der Ausguß und der Fuß sind teilweise 
vergoldet. Eine Fabrikmarke finden wir nicht, doch kennzeichnen das 
Modell der Kanne, die Masse und das eingeritzte Kreuz sowie die eingeritzte 
Zahl 2'" die beiden Stücke unverkennbar als Erzeugnisse der Wiener Fabrik 
aus der letzten Zeit der Du Paquier-Periode. Die Palette des Malers ist eigen- 
artig und charakteristisch. Die Hauptfarben sind Grün, Gelb und Rotbraun. 
Das helle frische Grün der Bäume verbindet sich sehr hübsch mit dem Rot- 
braun der Stämme, der 
Felsen und des Erd- 
bodens, welcher gelb 
schrafiiert ist. Die Berge 
des Hintergrundes sind 
mit Lilafarbe ausgeführt, 
und die Gesichter der 
Figuren hat der Maler 
eisenrot gezeichnet. Im 
ganzen sind es fünf Vier- 
paßfelder, zwei auf der 
 
l" Folnesics-Braun, Geschieh- 
te der k. k. Wiener Porzellanmanu- 
faktur, Markentafel, Nr. 39. 
  
Abb. 1. Wiener Porzellankanne und Schale, l 740 dekoriert vom Porzellanrnaler Anton Schulz (k. k. Österreichisches 
Museum)
	        
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