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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 3 und 4)

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wird die Ausgestaltung der Umgebung stets auch von den Hauptlinien der 
baulichen Anlage beeinflußt. Diese Grundanschauung bleibt auch noch in 
dem kleinsten Hausgarten maßgebend. 
Interessant ist ein Vergleich mit der Behandlung der babylonischen 
Parkanlagen, welche zeitlich dem späten ägyptischen Garten nahe liegen, 
aber im Gegensatze zu diesem stehen. Hier ist eine Waldnatur ausschlag- 
gebend, die zur Schaffung der großen Jagdgründe für fürstliche Jäger 
Gelegenheit gab. Wie hier das Menschenwerk der Natur gegenüber auftritt, 
Schloßganen mit Labyrinth nach einem Bilde der Sammlung Aus'm Weerth (nach Luise Gothein) 
zuerst zögernd, dann immer mehr mit großen Mitteln ihr den Willen des 
Gestaltenden aufzwingend, das ist in anderem Sinne groß und streng. 
Der mächtige Terrassenbau, die sogenannten hängenden Gärten bilden 
den stärksten Ausdruck der bewußten Einfügung lebendiger Natur in das 
Gefüge der Architektur. Aber auch die großen Richtlinien ausgedehnter 
Parkanlagen mit regelmäßigen Baumpflanzungen weisen auf das strenge 
Formgefühl der alten Gartenkunst. Während in Ägypten der Blumenkultus 
im eingefriedeten Hain vorherrscht, ist in Westasien der Baumkultus im 
ausgedehntesten Maßstab als Grundlage wirksam. Als Cyrus dem Lysander 
das „Paradies" seiner Residenz in Sardes zeigte, bewunderte der Gast „die 
Schönheit der Bäume, wie sie alle so gleichmäßig gepflanzt seien, die
	        

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