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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

 q      werden, daß in den neueren 
    Zeiten in mehreren Artikeln, 
 in's?" ' i   besonders in faconnierten 
und Modewaaren dieWiener 
  T ß Fabriken sich ÃŒber die ita- 
 11T,   lienischen erhoben haben." 
     1_ Nicht ÃŒbersehen dÃŒrfen 
1 "À wirjedochdenfortwirkenden 
{x  3;: Wechsel im Geschrnacke, 
"fxftgu À ff," der die schweren Stoffe im- 
       mer mehr zurÃŒcktreten ließ 
r und damit zahlreiche Web- 
Abb. u. "Mode-Felpel", gelbbrauner Grund mir weißen, teilweise stÃŒhle ZUYII Stillstand brachte. 
schwarz gesprenkellten Zonen. 23 der wirklichen Größe. Von Um so größer wurde aber 
Mestrozi m Wien, 1822 (Österr. Museum)   
d1e Vollkommenheit des 
I-Iergestellten. Selbst in den schwierigen Zeiten, die dem großen Aufschwung 
der jahre von 1797 bis 1801 folgten und die sich dann zeitweise wieder- 
holten, hat die technische Entwicklung der Seidenweberei in Wien 
ununterbrochen Fortschritte gemacht. 
So wird uns berichtet, daß Hornbostel und Thomas Bischof im Jahre 1816 
ein Privilegium auf einen „selbstwebenden Stuhl"erhielten, "welche Erfindung 
zu Leobersdorf im Großen angewendet wird"? 
Dann heißt es bei Keeß (a. a. 0., Seite 300) weiter: „Im Jahre 1817 haben 
Chr. Georg Hornbostel und die BrÃŒder Mestrozi in Wien die bisherige Art 
der Fabrikation umgeworfen, alle Àlteren Maschinen in UnthÀtigkeit gesetzt, 
und zum Theil eine ganz neue Erzeugungsart mit neuen Werkzeugen und 
StÌhlen begonnen, und seitdem werden die Wiener Seidenzeuge schöner 
und vollkommener als jemals erzeugt, und dÃŒrften jedem fremden Erzeug- 
nisse an die Seite gestellt werden können." 
Bei dem „selbstwebenden Stuhle" („Kunstwebestuhl, Webemaschine"), 
von dem zunÀchst die Rede war, handelt es sich um den Antrieb des 
Stuhles, also mehr um eine Àußere Frage des Betriebes." 
Man muß aber nicht denken, daß die Sache gar so einfach war; man 
darf sich nicht vorstellen, daß es sich um nichts anderes handelte, als darum, 
an Stelle eines Antriebes einfach einen andern zu setzen, wie es heute vielfach 
gleichgÌltig ist, ob man eine Maschine mit Dampf oder ElektrizitÀt betreibt. 
Denn hier handelte es sich um den Ersatz einer von einem denkenden Kopfe 
geleiteten Hand durch einen reinen Mechanismus, mochte dieser selbst 
 Siehe auch Keeß und Blurnenbach, I, Seite 44x. Über andere Verdienste Hornbostels (EinfÃŒhrung der 
xiirierten Seide, Errichtung einer Seidensrocknungsanstalt in Wien) siehe Bujatti, Seite 58. 
Andre und BrÀunlich konstruierten schon 1806 SamrsrÌhle, um zwei StÌcke Ìbereinander zu weben, 
die dann auseinandergeschninen wurden, siehe Bujatti, Seite x02. 
H Der Franzose Gennes erfand schon r677 einen mechanischen Webstuhl, der aber praktisch kaum 
Verwertung fand.  Die Bandweberei schritt dann in diesen Einrichtungen voran (SchubstÃŒhle und Band- 
mÃŒhlen). In den Jahren x784 bis 1787 wurden endlich die neueren mechanischen WebstÃŒhle ziemlich gleich- 
zeitig von E. Cartwright und j. Jeffray erfunden. Vgl. auch Keeß-Blumenbach, I, Seite 3m und 31x. 
	        

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