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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

wir hier die Gelegenheit zu einem RÃŒckblicke finden, ohne uns noch mit 
dem spÀteren Abstiege beschÀftigen zu mÌssen, obgleich die Ursachen des 
spÀteren Wandels zum Teil natÌrlich schon in diese Zeit zurÌckreichen. 
Eine Behandlung der spÀteren Zeit dÌrfte sich aber nicht auf Wien 
beschrÀnken, da nicht lange nach diesem Zeitpunkte die Übersiedlung der 
Seidenfabriken in die Provinz begann. 
In vereinzelten FÀllen wollen wir mit den Abbildungen allerdings Ìber 
den erwÀhnten Abschnitt etwas hinausgehen. Wenn wir unsere bildlichen 
Belege jedoch zumeist erst der Zeit nach dem Jahre 1800 entnehmen, so 
geschieht dies einerseits deshalb, weil damals erst die eigentliche BlÃŒte der 
Wiener Weberei begann, andrerseits aber auch, weil wir  von wenigen 
Ausnahmen abgesehen  erst von dieser Zeit an wirkliche Beweise fÃŒr die 
österreichische und im besondern fÌr die Wiener Herkunft der StÌcke 
besitzen. Denn es ist begreiflich, daß sich die Àlteren Arbeiten der damals 
fÃŒhrenden französischen Textilkunst hÀufig so eng anschlossen, daß ohne 
Àußere Beweise eine bestimmte Zuweisung nicht möglich ist. Immerhin 
haben wir gesehen, daß auch bei den frÃŒheren Arbeiten keineswegs bloß an 
Nachahmungen zu denken ist; wir erinnem nur an die Stoffe des ehemals 
Czerninschen Palastes. Doch reicht unsere Kenntnis im allgemeinen noch 
nicht hin, fÃŒr jene Zeiten das Einheimische vom Fremden kÃŒnstlerisch zu 
scheiden. 
Aber auch fÌr die spÀteren Jahre wagen wir es bei der Stilaus- 
geglichenheit, die der Kunst jener Tage vielfach eigen ist, einstweilen 
noch nicht, bestimmte kÃŒnstlerische Kennzeichen der Wiener Arbeiten 
anzugeben. 
Es fehlt uns dazu vor allem das genÃŒgende Vergleichsmaterial, da uns 
von Erzeugnissen anderer wichtiger Fabrikationsorte heute noch zu wenig 
Gesichertes vorliegt. Man kann ja zum Beispiele bei einigen italienischen, 
tirolischen und andern Stoffen unserer Sammlung bereits Geschmacks- 
unterschiede erkennen, die teilweise wohl in der kÃŒnstlerischen Auffassung, 
teilweise auch in der Verschiedenheit der Bestimmung der einzelnen Erzeug- 
nisse beruhen; diese Erkenntnis und einige Veröffentlichungen von Lyoner, 
Franz Kargl (Seite 85),J. Lemann und Sohn (Seite 86), Josef Nigri (Seite 89), Georg Bujatti (Seite 91), Leopold 
Dcrfleutbner (Seite 92), GebrÃŒder Hirsch (Seite 94), Wilhelm Bartsch junior (Seite 97}, Anton Fries und 
Zeppezauer (Seite 98), Johann Kastner (Seite 100) und andere. 
Wir verweisen hier auch gleich auf den „Bericht ÃŒber die zweite allgemeine österreichische Gewerbs- 
Produkten-Ausstellung im Jahre 183g" (Wien 1840, aus der k. k. Hof- und Staats-Aerarial-Druckerei). Auf 
Seite 288 ff. sind von Wiener Seidenwebem unter andern angefÃŒhrt: Johann Herzig, Albert Kostner, GebrÃŒder 
Bader, Josef Winter, Maria Kolb, Hombostel ÃŒ Compagnie, Johann Faßbender, Leopold Dorfleuthner, J. Breuer 
und Söhne, Friedrich Siebert und Sohn, Josef Fink, Ignaz Gießauf (Halbseidenzeugfabrikant, auch schon 1835). 
lgnaz Beywinkler, GebrÃŒder Hirsch, Franz Petter, Alexander Daumas, Josef Nigri, Alexander Bellon. Über 
Philipp Hans siehe Seite 243 und anderwÀirts. 
Der "Bericht Ìber die dritte allgemeine österreichische Gewerbe-Ausstellung in Wien 1845" (Wien, 
1846, gedruckt und im Verlage der k. k. Hof- und Staatsdruckerei) enthÀlt auf Seite 475 H. einen kurzen Über- 
blick ÃŒber den damaligen Stand der Wiener Seidenweberei. Es folgen dann von Seite 497 an wieder genauere 
Angaben ÃŒber Hornbostel, Josef Lernann und Sohn, Ludwig RÃŒdelmann, Alexander Daurnas, GebrÃŒder Bader, 
Josef GrÃŒnewald, Hell und Schopper, Albert Kostner, Franz Bujatti, Josef Nigri, Johann Faßbender, Anton 
Flemmich und andere. Über "Philipp Haas, Inhaber einer landesbefugten Baum-, Schafwollem, Halbseiden- 
Waaren und Teppicbfabrik in Wien" siehe Seite 387 ff.
	        

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