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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

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die vertieften Formen als durch die stehenbleibenden Grate gebildet, es 
entsteht mehr durch Hineinarbeiten ins Holz als durch Herausmodellierung. 
Das Ornament der Seitenpfosten dagegen, das auch zum Teile durch stehen- 
gelassene flache Felder gebildet wird, weicht etwas von dem ÃŒblichen Kerb- 
schnittstil ab. Durch diesen Unterschied zwischen dem Ornament der Seiten- 
pfosten und dem des Mittelbrettes wird hier auch der Aufbau der Truhe ein 
wenig berÃŒcksichtigt. Aber das Wesentliche ist doch, daß die ganze Ansichts- 
fiÀche der Truhe vom Ornament vollstÀndig bedeckt ist. Die andere Verwen- 
dungsart des Kerbschnittes, daß das Ornament in einzelnen Rosetten und 
dergleichen Ìber die FlÀche verstreut ist und diese selbst durchaus zur Geltung 
kommen lÀßt, ist seltener, Wohl hauptsÀchlich ÃŒblich bei SchrÀnken. (Siehe 
Abb. 2, Schrank aus Nordfriesland, im Flensburger Museum.)"' Es kommt hier 
wohl zu einer Sonderung, aber nicht zu einer harmonischen Beziehung 
zwischen Grund und Muster. Ein schönes Beispiel reinen Kerbschnittstils ist 
ÃŒbrigens das Ornament am Gesimsbrett dieses Schrankes. Dem Wesen dieser 
Technik entsprechend ist das Kerbschnittornament durchaus abstrakter Natur, 
zumeist mit zentralem Anordnungsprinzip, also ohne Markierung der (hori- 
zontalen oder vertikalen) Hauptrichtungen des Möbels. 
Die zweite Gruppe wird in ihrer einfachsten Form dargestellt in einer 
von FÃŒhnen stammenden Truhe des Kopenhagener Museums (Abb.  
Die hauptsÀchlich zur Anwendung kommende Technik ist als Linienschnitt 
zu bezeichnenß" Nicht weniger abstrakt als das Ornament der ersten Gruppe, 
zeigt dieses doch schon eine ausgesprochene Bewegung, ein Aufstreben und 
Sich-Zusammenschließen. Und eine gewisse architektonische Absicht kommt 
in einer allerdings nur angedeuteten Unterscheidung von Rahmen und 
FÃŒllung zum Ausdruck. Aber diese Unterscheidung wird nicht, wie zum 
Beispiel bei den Truhen der Renaissance, durch die Konstruktion gebildet, 
sondern die rahmenden Streifen sind in gleicher Weise wie die FÃŒllungen 
aus dem Brett herausgeschnitten. Dazu kommt, daß die Seitenpfosten den 
gleichen Dekor zei-  
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zum Teil um Hobelarbeit. Abb. 3. Museum Kopenhagen, von FÃŒhnen, XV. Jahrhundert
	        

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