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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

gewerbemuseums (Abb. 6). Sie stammt aus der Gegend von OsnabrÃŒck, 
wie ÃŒberhaupt Westfalen auf diesem Gebiet eng mit Norddeutschland 
zusammenhÀngt, wÀhrend die Gestaltungsweise der rheinlÀndischen Truhen 
mehr der sÃŒddeutschen gleicht. Das Ornament dieser Truhe ist noch nicht 
so stark bewegt wie das der Bremer, es hat noch die stille Feierlichkeit der 
frÃŒhen Gotik. Aber die Grundidee des Ornaments ist die gleiche wie die der 
eben besprochenen nordischen Truhen. Andrerseits lassen uns die feineren 
Profile, der reizvolle Rhythmus der verschiedenen „Fenster"-Gruppen, die 
eleganteren Formen des Blattwerkes fÃŒhlen, daß wir uns hier bereits etwas 
von der schweren, ernsten Empiindungsweise des Nordens entfernt haben. 
Zugleich kommt an den Seitenpfosten mit den Relieffiguren ein neues Element 
hinzu, das uns erst spÀter beschÀftigen wird. 
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Abb. 6. Museum Köln, aus der Gegend von OsnabrÌck, Ende des XIV. jahrhundens 
Hier sei noch eine Truhe des Kopenhagener Museums (Abb. 7) angefÃŒgt, 
die sich zum Teil dem Maßwerkstil dieser Gruppe anschließt, aber doch im 
Aufbau wie im Ornament eine ganz besondere Bildung zeigt. Die Seiten- 
pfosten sind hier ganz weggefallen, es besteht nur eine von einer schmalen 
Leiste eingefaßte Vorderplanke. (jetzt beide aus einem StÃŒck, ursprÃŒnglich 
aber war vor die Umrahmung noch eine gleich breite Leiste gesetzt, sodaß, 
zwar nicht der Konstruktion, aber doch dem Eindruck nach, das Prinzip von 
Rahmen und FÌllung bestand.) Die ganze VorderllÀche ist dann in drei Teile 
geteilt, von denen die seitlichen ursprÃŒnglich bemalt waren. Am Mittelteil 
eine Maßwerkarchitektur von klarer, ruhiger Durchbildung, die fast den 
Eindruck macht, daß sie, Àhnlich wie an den sÃŒddeutschen Truhen, dem 
Möbelkörper vorgesetzt sei. Dann aber statt der Maßwerkrosetten Medail- 
lons mit Tieren in Flachrelief, wie sie uns Àhnlich an einer weiteren Truhen- 
gruppe begegnen werden. So erscheint uns diese Truhe als ein inter- 
essantes, aber nicht typisches Werk des Übergangs zu andersartiger Gestal- 
tungsweise.
	        

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