MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

Hier kommt der Aufbau des Möbels wenigstens in der AufwÀrtsbewegung 
des Dekors zum Ausdruck, besonders aber erfÀhrt die Gestaltung des Orna- 
ments einen Einfluß von der gleichzeitigen Architektur, es formt sich nicht 
nur in rhythmischer Vertikalgliederung, sondern nimmt auch Àußerlich die 
Motive der gotischen Architektur an. So können wir diese Gruppe als die 
architektonische bezeichnen. Diese letztere Eigenschaft klingt zum Teil auch 
noch in der dritten Gruppe mit. Das Wesentliche aber ist hier die mit dem 
Schnitzmesser geformte Körperhaftigkeit, die Freiheit der Umrisse, die 
bewegte Reliefbildung, wodurch sich der Charakter dieses Dekors ebenso- 
weit von der Ruhe des reinen Ornaments wie von der Strenge der Archi- 
tektur entfernt, es ist die plastische Gruppe. Und wenn wir die ÃŒbliche Unter- 
scheidung vontektonischer und malerischer Plastik aufnehmen, so handelt es 
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Abb. xG. Museum Hamburg, XIV. Jahrhundert 
sich hier um malerische Plastik. Der Gesamtcharakter dieser Gru e bestÀti t 
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uns jetzt, daß nicht das FigÃŒrliche das PrimÀre in der kÃŒnstlerischen Absicht 
war, sondern daß der freie Stil der malerischen Plastik unwillkÃŒrlich solchen 
figÃŒrlichen Bildungen zutreibt. 
Die vierte Gru e hat in der Anordnun des Ornaments wieder stark 
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dekorativen Charakter, es ist ebenso beziehungslos zum Möbelkörper wie das 
der ersten Gruppe. Aber das Wesentliche ist doch auch hier die plastische Ge- 
staltun  Nur handelt es sich hier nicht um malerisches, sondern um tektoni- 
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sches Relief klare Sonderun von Grund und Muster, Betonun der ideellen 
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VorderflÀchey": und gerade das ist es wohl, was diese Gruppe innerhalb der so 
malerisch ernpi-indenden nordischen Kunstanschauung so fremdartig macht. 
Mit weniger festen Begriffen lÀßt sich das Geistige, das in diesen ver- 
schiedenen Formbildungen zum Ausdruck kommt, umschreiben. Zumal das 
Ornament der ersten Gruppe ist so zurÃŒckhaltend irn Ausdruck, daß man 
sein Wesen nur auf ein verhÀltnismÀßi primitives SchmuckbedÃŒrfnis zurÃŒck- 
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"Tektonisch hier also nicht im Sinne einer Beziehung auf den Möbelkörper, sondern unter dem Gesichts- 
punkt der Plastik.
	        

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