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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

Interieur von C. Moll zu erwÀhnen, um zu kennzeichnen, welche kÌnstlerisch und rÀumlich 
hervortretenden Leistungen zu finden sind, oder nur darauf hinzuweisen, daß vom Karls- 
ruher Dill und seiner Gattin zirka 20 kleine Bilder beigesteuert wurden, um deutlich zu 
machen, wie gabenfreudig mancher zu finden war. Die bekannten Namen der Wiener 
Schaustellungen sind vielfach vertreten und Ölbilder wie Aquarelle, Zeichnungen, 
Radierungen, Kleinplastiken, Plaketten machen den Eindruck der Mannigfaltigkeit voll- 
stÀndig. 
Es ist weder die Liste der Einsendungen abgeschlossen, noch die Art der Nutzbar- 
machung fÌr öffentliche WohltÀtigkeitszwecke festgestellt. Es sind nur Zeugnisse des 
warmen Herzens, der freigebigen Hand aus jenen Kreisen, welche nicht in hohem Maße 
mit GlÃŒcksgÃŒtern gesegnet sind, ja auch von solchen, welche gerne Not leiden, um anderer 
Not zu lindern, gesammelt und vereinigt worden. Manches gerÀumte Atelier hat noch ein 
Zeugnis seines Bestandes hierhergesendet und manch ein eifriger Sammler hat das 
Resultat langer MÃŒhen als freiwillige Gabe zur VerfÃŒgung gestellt. So mag diese Sammlung 
von KunstgegenstÀnden nicht bloß aus Interesse fÃŒr das wertvolle Objekt sondern auch im 
Hinblick auf den nicht geringen Inhalt an menschlichen Dokumenten studiert werden. 
FÃŒr die treffliche, kundige Verfolgung des Zieles in ihren weiteren Stadien bÃŒrgt die sorg- 
fÀltige Handhabung der ganzen Aktion, der sachkundige, erfahrene Mitarbeiter zur 
VerfÃŒgung stehen. Es ist dafÃŒr gesorgt, daß die Widmungen fÃŒr den wichtigen Zweck 
in gÃŒnstigster Weise verwertet werden. Die jetzige Aufstellung ist ein vorbereitender 
Schritt hierzu. 
SCHLOSS MÜNICHAU BEI KITZBÜHEL IN TIROLR" Hofrat m. J. M. 
Eder hat durch Herausgabe einer Publikation ÃŒber das nunmehr zerstörte Schloß 
MÌnichau in Tirol einen Akt der PietÀt ausgeÌbt. Das ursprÌnglich dem bayerischen 
Geschlecht der MÌnichauer gehörige (wahrscheinlich um die Mitte des XV. jahrhunderts 
erbaute) Schloß ging spÀter in den Besitz der Lambergischen Familie ÃŒber und fiel trotz 
Einspruches maßgebender Kreise vor kurzem einer rÃŒcksichtslosen Zerstörung zum Opfer. 
Da es nicht nur fÃŒr die Geschichte der Reformationszeit und die Tiroler Adelsgeschichte 
von Interesse war, sondern auch als Baudenkmal Wert besaß, ist das Fehlen seiner charak- 
teristischen Erscheinung allen jenen schmerzlich, die es noch vor kurzem kannten. In 
einer Reihe von Abbildungen, deren Mehrzahl von Professor Georg Brandlmayr gezeichnet 
oder radiert wurde, wird das stattliche burgartige Aussehen des Bauwerkes festgehalten. 
Die Umfriedung mit Mauer und EcktÌrmen war noch erhalten. Dem Baukörper war durch 
seinen dreigeschossigen Aufbau und drei schlanke RundtÌrme eine ausgesprochene Höhen- 
entwicklung gegeben, die um so mehr wirkte, als der Talkessel, in dem es stand, dem Bau 
eine ebene Umgebung und hochragende Kulissen gab. Solche DenkmÀler einer formal 
einfachen, aber durch Aufbau und MassenverhÀltnisse wirksamen Bauweise alter Zeiten 
verdienen um so mehr eine Beachtung, wenn ihre Entstehung und Geschichte durch viel- 
fÀltige Beziehungen mit der Landesentwicklung verknÌpft ist. Diese Geschichte urkundlich 
festgelegt und erörtert zu haben, ist ein Verdienst des Textes. Die k. k. Graphische Lehr- 
und Versuchsanstalt hat der Veröffentlichung eine sehr sorgfÀltige Ausstattung gegeben. 
H. F. 
OFFIZIELLER KRIEGSBECHER 191411915. Diese unter dem Protektorat 
Seiner MajestÀt des Kaisers stehende, von dem Statthalter in Steiermark Grafen 
Manfred Clary und Aldringen angeregte Erinnerungs- und Kriegshilfsalrtion bringt Kriegs- 
becher in vier AusfÃŒhrungen in den Handel. Zwei davon sind Glasbecher, die andern 
sind aus hochpoliertem Geschoßstahl, innen stark vergoldet. SÀmtliche Becher sind von 
stark vergoldeten Bronzereifen umgeben, weiche Professor Marschalls Relief bildnisse der 
verbÃŒndeten Monarchen tragen. Kernstock hat die SprÃŒche fÃŒr die Reifen der Becher 
" Kommissionsverlag von Artaria k Co.
	        

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