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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 1 und 2)

Außer hölzemen Modeln wurden auch in Àlterer Zeit schon vertieft 
gravierte Kupferplatten zum Stoffdrucke verwendet. SchÃŒle, der große Augs- 
burger Zeugdrucker des XVIII. jahrhunderts, der uns noch wiederholt be- 
schÀftigen soll, hat diese Kunst schon zu großer Vollkommenheit gebrachtft 
Zu der Zeit. von der Keeß hauptsÀchlich spricht und die auch uns vor 
allem beschÀftigen soll, wurden die frÃŒher ÃŒblichen Ölfarben kaum mehr ver- 
wendet. Keeß sagt hiezu": „Der Öhldruck ist der Àlteste Druck, der nur 
schlechte und einfache Muster geliefert hat, und da er ÃŒberdies gegen den 
gewöhnlichen Druck nicht wohlfeil genug zu stehen kam, so ist er bis 1820 
so sehr herabgekommen, daß er nun gar nicht mehr ausgeÃŒbt wird. Man 
druckte die Öhlfarben bloß mit den gewöhnlichen Formen auffti" 
Und an anderer Stelle heißt es bei Keeßj- bei Beschreibung einer Tafel der 
technologischen Sammlung mit Ölfarbendrucken auf Baumwolle: "OrdinÀre 
Katune, mit altmodischen, einfachen großen Dessins bedruckt. Dieser Druck 
wird in der Regel bloß auf sehr schlechte, zum Theil verdorbene Zeuge 
angewendet, und hÀlt etwas das Waschen aus. Der geringe Absatz dieser 
Waare beschrÀnkte sich jedoch bloß auf einige Gegenden des sÃŒdlichen 
Ungarns, Croatiens etc., daher man dieselbe seit 1820 gar nicht mehr ver- 
fertigt. Der Letzte, Welcher sich damit in Wien beschÀftigte, war Ketterer." 
Seit dem XVIII. Jahrhundert hatte die vorwÀrtsstrebende Chemie eben 
eine FÃŒlle neuer Farbmittel geboten, die besser geeignet waren. 
Kurz wollen wir hier noch einmal auf die gepreßten Samte hin- 
weisen, bei denen die Muster sowohl mit hölzernen Modeln als mit 
warmen Metallplatten eingedruckt wurdenrH- 
Utrecht war im XVII. Jahrhundert ein Hauptort fÃŒr die Erzeugung 
solcher Stoffe. 
Mit der Herstellung der gepreßten Stoffe scheint aber eine der größten 
Neuerungen des Stoffdruckes im Zusammenhange zu stehen. Wir meinen 
den Ersatz der Druckplatten (Model) durch Walzen. Keeß sagt zwar-PH: 
"Der Walzendruck ist eine 1770 in England gemachte Erfindung, O wo 
man anfÀnglich die Muster in hölzerne Walzen einschnittfw o Diese Orts- und 
Zeitbestirnmung ist aber, wie wir sehen werden, nicht richtig; an dem Tech- 
nischen, worauf es uns hier vorerst ankommt, Àndert das allerdings nichts, 
so daß wir mit Keeßens Beschreibung fortfahren können: „In der Folge wurde 
diese Druckerey, die viel schneller und genauer von Statten geht, sehr ver- 
V Kurrer, a. a. 0., Seite 22x. 
H: A. a. 0., Seite 201. 
akiÀi Hier folgt eine Stelle "ÃŒber den Steindruck als neuere An des Öldruckes". 
1- A. a. 0., Seite 216. 
H- Keeß, a. 41.0., II, Seite 298; Forrer "Die ZeugdruckeQSeite 3x ; derselbe, „Die Kunst des Zeugdnlckes", 
Seite 96; Depierre, a. a. 0., Seite 37. Einiges auf Wien BezÃŒgliches haben wir in "Kunst und Kunsthandwerk", 
19:5, Seite 382, Anmerkung", gebracht. 
H1 A. a. 0., Seite x94. Auch Kurrer (a. a. 0., Seite 213) war dieser Ansicht. 
o Durch den Schotten Bell.  Nach Keeß und Blumenbach (a. a. 0., Seite 347 f.) erhielt Nicholson im 
Jahre 179a als erster ein Patent fÃŒr eine Walzendruckmaschine. 
W Depierre, a. a. 0., Seite 14, Anmerkung.
	        

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