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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 1 und 2)

Museum in Ungarisch-Hradisch und andere VerbÀnde reprÀsentieren eine 
bestimmte konservative Tendenz. Sie bilden den Kontakt mit der volkstÃŒm- 
lichen Tracht aus. 
Man hat gesagt, die "Mode" ist nur die jÃŒngere, ausgelassene Schwester 
der "Tracht". Diese, die Àltere und gesetztere, wurde von der jÌngeren auf 
das Land verbannt. Nun, es besteht trotz- 
dem noch eine gewisse Freundschaft 
zwischen beiden; und je mehr die lÀnd- 
liche Tracht unter der Isolierung gelitten 
hat und in ihrem Stolz und in ihrer 
Strenge nachließ, desto eifriger sucht die 
Mode zu retten, was die Tracht ver- 
schmÀht. Das reiche große Gebiet volks- 
tÃŒmlicher Handarbeit, volkstÃŒmlicher 
Farbenfreude und Materialpflege, das 
durch die Industrie und den Handel so 
arg bedrÀngt ist, wird von den VerbÀnden 
im Interesse der Mode und im Interesse 
der Erhaltung des Volkswohlstandes in 
einer teils konservativen, teils produktiven l 
Tendenz bebaut. 
Unsere volkstÃŒmlichen Sammlungen 
erhalten nach Möglichkeit den Bestand, 
sie sind aber, wie alle Sammlungen, " 
unabhÀngig vom lebendigen Schaffen, wie t . 
Felsen in der Brandung errichtet. l . 
Die HausindustrieverbÀnde haben die J   
schwierige Aufgabe einer Neubelebung  
zu erfÃŒllen, die nur dort erleichtert wird,   
wo die alte Übung nicht erloschen ist, ' 
wo die TÀtigkeit zum Schaffen im Volke ' 
weiterlebt. Die Vitrinen enthalten man- e 
ches StÃŒckv das den guten alten Arbeiten Mocleausstellung im Österreichischen 
nicht nachsteht und doch keine Kopie Museum-GenossßnsßhfkdßrPßSamßn- 
bildet. Von besonderem Erfolg ist der "u" und  
Anschluß an die Tradition und die Wei- 
terbildung im neuen Fahrwasser auf dem Gebiete der Spitze begleitet. 
Eine ansehnliche Sammlung guter Spitzen, von denen ein großer Teil 
durch die k. k. Anstalt fÃŒr Frauenhausindustrie (Wien, Blattgasse) ausge- 
stellt wurde, zeigt das VorwÀrtsschreiten auf uralten Pfaden zu neuen Zielen. 
Die Stickerei und die Spitze sind jene Gebiete, auf welchen die Mode unbe- 
denklich alten Bestand zum neuen Gewand verarbeitet, in welchem aber 
unter dem Ansporn der in Österreich so besonders reichen, mannigfaltigen 
und kÃŒnstlerisch hochstehenden volkstÃŒmlichen Leistungen ein ganz neuer
	        

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