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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 1 und 2)

Es lohnt sich gerade jetzt, diese VorfÃŒhrung zu studieren, weil sie neben einigen 
charakteristischen Arbeiten bekannter KÃŒnstler eine Folge von Arbeiten des interessanten 
Malers Leon Wyczölkowski zeigt, der Akademieprofessor in Krakau war und in Warschau 
vor Kriegsausbruch zu Studienzwecken weilte. 
Eine Folge von Autolithographien aus der Altstadt Warschau und mehrere BlÀtter 
aus Krakau zeigen in großem Format eine ungewöhnlich sichere persönliche Darstellungs- 
weise der alten Stadtbilder, in denen man architektonisches VerstÀndnis zugleich mit 
der souverÀnen Darstellungskunst des Malers in fesselnder Art zur Wirkung gelangen 
sieht. 
Einige PortrÀtzeichnungen von weicheren, mehr malerischen Eigenschaften und 
tonige Aquarelle ergÀnzen das erfreuliche Bild einer krÀftigen kÌnstlerischen Persönlichkeit, 
die uns zugleich mit den gegenstÀndlich interessantesten Leistungen alter polnischer 
StÀdtebaukunst vertraut macht. 
Andere Arbeiten polnischer KÃŒnstler erinnern an die mannigfaltigen Begabungen 
dieses alten Kulturvolkes, die heute tÀtig und auch bei uns angesehen sind. 
KUNST-KUNSTGEVVERBE-NATÜR. Unter diesem auffallenden Titel ist 
eine anspruchslose Schaustellung geboten worden, die allerdings auch innerlich 
UnzusammenhÀngendes zu wohltÀtigem Zwecke vereinte. Der Ausstellungsraum der ehe- 
maligen Galerie Miethke barg Reiseerinnerungen aus Indien, welche von der Prinzessin 
Regina Reuß und dem Prinzen Reuß-Köstritz gesammelt wurden, und die aus kunstgewerb- 
lichen einfachen Objekten einerseits und Reiseskizzen anderseits bestehen. Obwohl es sich 
hier zumeist um solche Dinge handelte, die ein verstÀndiger Besucher und ein geÌbtes 
Auge, auch ohne besonders tief einzudringen und sehr lange zu forschen, in dern schÀtze- 
reichen MÀrchenlande finden und erwerben können. so erfreute doch jener edle Hauch 
einer alten orientalischen Kultur, die offenbar noch heute in volkstÃŒmlichen Erzeugnissen 
weiterlebt und dabei so weit zurÃŒckreicht. 
Daneben war das Resultat einer lÀngeren SammeltÀtigkeit in den Miniaturen, Silber- 
und PorzellangegenstÀnden aus dem Besitze des Herrn Simon Ritter von Metaxa aus- 
gebreitet. Diese StÌcke sind mitunter von bester QualitÀt und reprÀsentieren sehr gut 
jene Wiener Zeit vom Ausgang des XVIII. bis zur Mitte des XIX. jahrhunderts, die 
heute so sehr geschÀtzt wird. Durch sorgfÀltige Ordnung und Beschreibung ist den 
Besuchern eine gut belehrende und erfreuende Zusammenstellung kunstgewerblicher 
StÃŒcke geboten worden, in der die Wiener Arbeit die Hauptrolle spielt. 
An den WÀnden waren zahlreiche flÌssig gemalte Aquarelle aus Emstbrunn (Nieder- 
Österreich) und anderen Orten ausgehÀngt, die mit den indischen Reisestudien zusammen 
von der eifrigen BetÀtigung der hochstehenden Kunstfreundin Zeugnis geben; daneben 
einige altertÃŒmliche kolorierte Kupfer, Wiener Ansichten aus der Zeit der BlÃŒte des 
Wiener Porzellans. 
So zufÀllig das Zusammentreffen aristokratischer Kunstpilege und verschieden 
gerichteten Sammeleifers sein mag, es ist doch die Neigung und das Interesse 
bestimmter Kreise dadurch gekennzeichnet, die im Wiener Kunstleben eine Rolle spielen, 
es ist ihre Beziehung zum ererbten Besitz damit ausgedrÃŒckt. 
GOLD GAB ICH FÜR EISEN." In einem der prÀchtigen RÀume des alten 
H AkaderniegebÀudes am UniversitÀtsplatz hat die Kriegsbilfeaktion „Gold gab ich fÃŒr 
Eisen" eine Darstellung ihrer wertvollen TÀtigkeit zugleich mit einer Übersicht jenes 
Gewinnes an kunstgewerblichen Objekten und an edeln Materialien gegeben, die einerseits 
nicht zum Einschmelzen gelangen sollten und anderseits aus der Zerstörung von Objekten 
resultierten. Der RÌckgewinn an Steinen, Kameen etcmeprÀsentiert wohl mehr ein materielles 
als ein kÃŒnstlerisches Ergebnis; es ÃŒberrascht sogar die Erfahrung, daß durchschnittlich 
der Wert der Fassung den des Gefaßten ÃŒbersteigt. Die vor dem Einschmelzen bewahrten
	        

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