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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 1 und 2)

kÃŒnstlerischer KrÀfte, daß die Lösung baulicher oder gewerblicher Aufgaben von kÃŒnst- 
lerischen EinflÌssen dominiert wurde, die auch in den schwierigsten FÀllen die technische 
BewÀltigung in der ihnen passendsten Weise erreichten, ohne daB der kÌnstlerische Aus- 
druck gehemmt wurde. 
Unsere Zeit muß erst wieder die gegenseitige Durchdringung von Technik und Kunst 
erreichen, um zu einer wirklichen kÃŒnstlerischen Kultur zu gelangen, die allein auch eine 
Stilbildung zu bewirken vermag. 
Mit Hilfe der VorfÃŒhrung einer großen Zahl von Lichtbildern, unter welchen viele 
Darstellungen eigener Arbeiten waren, vermochte der Vortragende nun zu zeigen, auf 
welchem Wege und mit welchen Mitteln diese kÃŒnstlerische Durchdringung und Beherr- 
schung von Bauproblemen bereits erreicht wurde, die man bisher als rein technische 
Arbeitsgebiete ansah, ohne dabei vollkommen erfreuliche und befriedigende Resultate 
erzielen zu können. 
Die wertvollsten Leistungen, die am klarsten Wege und Ziele dieser neuzeitlichen 
Arbeitsweise aufzeigen, sind besonders im Gebiete des Industriebaues und des Waren- 
hauses einerseits und bei den Arbeiterkolonien anderseits zu finden; die Ausstellungsbauten 
bilden dann ein von den strengen Zweckforderungen hÀufig mehr losgelöstes Arbeitsgebiet 
fÃŒr Versuche. 
Behrens wÀhlte naturgemÀß vorwiegend deutsche Beispiele und nahm den historisch 
gewordenen Warenhausbau Messels (Bau Wertheim) zum Ausgangspunkt der Betrach- 
tungen. Er versÀumte aber auch nicht, bei Erörterung des PostsparkassengebÀudes der 
fÃŒhren den Rolle der Wiener Schule Otto Wagners gerecht zu werden, und zielte mit seinen 
ZukunftswÃŒnschen auf den wirksamen Zusammenschluß aller im gleichen Sinne strebenden 
kÃŒnstlerischen KrÀfte Österreichs und Deutschlands. 
Die imponierenden, großzÃŒgigen Probleme der deutschen Industrie, wie sie in den 
Anlagen der Allgemeinen ElektrizitÀts-Gesellschaft in Berlin unter anderem vorgefÌhrt 
wurden, gehören zu jenen Bauaufgaben, die einer monumentalen Lösung fÀhig sind und 
eine solche schon fanden. Es war eine geschickt eingetlochtene Episode der VorfÃŒhrung, 
als Behrens dann den formalen Zusammenklang modernster und Àltester MonumentalitÀt 
durch GegenÌberstellung neuester Siloanlagen und kunstgeschichtlich wertvoller Àltester 
Ternpelbauten, großzÃŒgiger Fabriksfronten und sachlich gelöster Kirchenschiffe, mÀchtiger 
Schomsteinbauten und berÃŒhmter Minarette mit Lichtbildern schlagend nachweisen konnte- 
Anderseits war es eine große Genugtuung, zu sehen, daß die aus fremden LÀndern 
ÃŒbernommene moderne stÀdtebaulich aufgefaßte Besiedlung durch ArbeiterheimstÀtten im 
Deutschen Reich schon so festen Fuß gefaßt und durch kÃŒnstlerische KrÀfte so gefördert 
wurde, daß hier wie anderwÀrts die Weiterbildung ÃŒber die vorbildlichen AnfÀnge weit 
hinausgelangte. 
Der Ausblick, der so in eine arbeitsfrohe Zukunft eröffnet werden konnte, in der sich 
Ingenieur und Architekt die Hand reichen sollen, in der die Kunst von Industrie und 
Technik zur Mitarbeit gebeten wird, war hoffnungsfreudig und stolz. 
DEUTSCHE FORM IM KRIEGSJAI-IRÜ" Das Jahrbuch des deutschen Werk- 
bundes x915 ist der Kölner Ausstellung 1914 gewidmet. Sie verdiente eine so grÌnd- 
liche und sachliche WÃŒrdigung nicht bloß ihres Schicksals wegen, sondern weil emste 
Leistungen von Bedeutung mit ihrer Schließung vorzeitig ausgeschaltet wurden von der 
wertvollen Wirkung auf weite Kreise; diese Wirkung wenigstens durch Bilder ausÃŒben zu 
können und in gesammelter Form eindrucksvoll zu betÀtigen, das ist das Ziel der Veröffent- 
lichung, die nun vorliegt und einerseits treffliches Abbildungsmaterial, anderseits einen 
klaren informierenden Text von Peter Jessen aufweist. 
Wenn wir hier aus diesem einige Zeilen anfÃŒhren, so geschieht dies in erster Reihe, 
um die Anerkennung österreichischer Arbeit hervorzuheben, die in ihnen liegt. 
"k verlegt bei F. Bruckmann A. G., MÃŒnchen. 
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