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Full text: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 3 und 4)

Lombardi und sogar den neuein- 
geleiteten Bewegungsdrang eines 
Francesco da Sant' Agata oder 
eines Maffeo Olivieri ersetzen sollte. 
Sicher hatten Künstler wie Olivieri 
den Weg für Sansovino in Venedig 
geebnet, aber das Hauptverdienst 
daran gebührt der Malerei. Die 
Errungenschaften der veneziani- 
schen Malerei waren ihrerseits der 
Toskana nicht fremd geblieben: 
Fra Bartolommeo hatte sie, nach 
längerem Aufenthalt in Venedig, 
nach Florenz gebracht. Der junge 
Jacopo Tatti aber, als er noch bei 
Andrea Contucci in die Lehre ging, 
schloß sich seinem Altersgenossen 
Andrea del Sarto, diesem ersten 
„Maler ' im , plastischen "Florenz, an, 
dessen Stil ohne Fra Bartolommeo 
und imletzten Grunde ohne dieVene- 
zianer schwer 
zu verstehen 
wäre. So lie- 
gen bereits in 
Sansovinos 
Anfangsgrün- 
den veneziani- 
sche, maleri- 
sche Elemen- 
te, ohne die 
er in Venedig 
kaum erfolg- 
reich hätte auftreten können. Doch der treibende 
Faktor für den Umschwung in der Kunst Venedigs 
während der ersten Cinquecentohälfte war der in 
Sansovino steckende Michelangelo-Geist. Venedig 
selbst bedeutet aber auch für Sansovino einen 
Umschwung, so daß sein Werk in zwei Haupt- 
perioden geteilt werden kann: die des malerischen, 
venezianisierenden Toskaners und die des plastischen, 
toskanisierenden Venezianers. 
Im allgemeinen wird die Bedeutung Sansovinos van A_ vmmiay Venedig 
nur für Venedig gewürdigt, denn hier ist der Nieder- s. Giuliano 
Abb. 10. juno, Werkstatt des Alessandro Viktoria 
 
Abb. xx. Daniel
	        
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