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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 3 und 4)

schlag seines Stils bei Alessandro Vittoria, 
Tiziano Aspetti, Girolamo Campagna, Danese 
Cattaneo und vielen anderen augenfällig. Da- 
bei wird Jacopos Tätigkeit in Florenz und in 
Rom meistens übersehen. Daß er hier in An- 
lehnung an Andrea Contucci einen Stil schuf, 
durch den andere groß wurden, scheint ganz 
vergessen worden zu sein. Daran mag der 
Geist Michelangelos, der den Schwerpunkt des 
Interesses auf sich lenkte, die Schuld tragen. 
In der Kunstgeschichte heißen die Florentiner 
von da an Manieristen, für welche Künstler 
man bis jetzt keine besondere Zuneigung 
empfunden hat. So wurde außer acht gelassen, 
daß Giambologna seine Voraussetzungen eben 
in jener Manieristenwelt hat, die ihr Leben 
aus den Werken des frühen toskanischen San- 
sovino schöpfte. 
DieseBetrach- 
tungen habe ich als 
notwendig voraus- 
 
gesetznurn. auf eine Abb. 12: Evangelist Johannes 
Statuette unserer von A. Vmona, Venedig, Rosano-Kapellc 
in S. S. Giovanni e Paolo 
Sammlung zu kom- 
men, die, wenn ich mich nicht täusche, sämt- 
liche Charakteristika des Horentinischen Ma- 
nierismus aufweist und stilistisch jener Zeit an- 
gehört, in der Sansovino nach Venedig über- 
siedelte, Cellini r dieser Michelangelo-Schwär- 
mer ohne Michelangelo-Inhalt - seine Laufbahn 
antrat undFlorenz sich vorbereitete, Giambologna 
zu empfangen, der hier auf einmal eine Tätigkeit 
entfaltete, die als Regeneration angesprochen 
wird, in Wirklichkeit aber eine potenzierte Stei- 
gerung der Horentinischen Prämissen ist. 
Es handelt sich um die Figur eines predigen- 
den Täufers (Abb. 4 und 5)": eine manierierte 
Gestalt im starken Kontrapost, mit ausgesproche- 
ner Stand- und Spielbeinstellung, mit bewegten 
Gewändern, mit seitwärts geneigtem Kopfe, 
Askese im Ausdrucke. Sie gemahnt uns an den 
 
4' Bronzestatuette, Höhe 25g Zentimeter; Basis mitgegossen; 
Abb. 13. l-Ierkules, Richtung des teilweise ziseliert; auf dem Kopfe ein Loch, wohl zur Aufnahme des 
Nicolo Roccatagliata Heiligenscheines; stellenweise brauner Lack, sonst Naturpatina.
	        

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