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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 3 und 4)

Zeichnung und Kolorierung der Figuren und Gründe und besonders in dem 
hier stark hervorgehobenen und gehäuften ornamentalen Beiwerk mit viel 
Goldschmuck eine eigene Stilvariante aus, der wir in der großen Kunst der 
Zeit nicht begegnen. In ähnlicher Weise hat der Bilddruck in seiner frühen 
Zeit aus den technischen und ornamentalen Erfordernissen seiner Auf- 
gaben ihm eigentümliche Abwandlungen des lokalen Kunststils ent- 
wickelt. Gerade deshalb ist es auch so schwer, die stilistischenBeziehungen 
solcher Arbeiten zur monumentalen Kunst und die Entstehungszeit der ein- 
zelnen Werke festzustellen, in der Truhenmalerei wie in der früheren 
Graphik. Schwankungen in der Datierung wie bei dem berühmten Adimari- 
bilde (Nr. 256 bis 260) wären vor einem Werke der monumentalen Kunst 
kaum denkbar. 
Ganz besonders deutlich tritt diese stilistische Eigenart der Gattung in 
den Truhenbildern der Gruppe von Künstlern hervor, die von Schubring 
mit den Notnamen: Meister der Anghiarischlacht, Meister des Turniers 
von S. Croce, Paris-Meister, Cassone-Meister und Dido-Meister bezeichnet 
werden. Hier wirkt eine gesunde, intelligente Handwerklichkeit, die im 
Kreise ihrer Aufgaben Genüge Findet und der Arbeit künstlerische Reize 
abzugewinnen versteht. Der Text trennt mit Recht diese verschiedenen 
Gattungen von Künstlern nicht voneinander, sondern gruppiert alle erhal- 
tenen Bilder, dieWerke bekannter Meister wie die der mit Notnamen bezeich- 
neten und ihrer Werkstätten und auch die vereinzelten Stücke, innerhalb 
der einzelnen lokalen Pflegestätten der Kunst in chronologischen Folgen 
auf Grund bestimmter Daten und stilistischer Anhaltspunkte. Als Ganzes 
ist diese Gruppenbildung wohl überzeugend, ob die Einordnung der ein- 
zelnen Arbeiten in allen Fällen berechtigt sei, wird sich erst im Laufe 
eingehender Studien, die nur vor den Originalen selber möglich sind, für 
die aber das Cassone-Werk eine wesentliche Hilfe bieten wird, erweisen. 
Manche Zusammenstellung scheint mir nicht ganz einwandfrei; fraglich 
zum Beispiel, ob die Nr. 165 bis x67 und 169, die schon starken Einfiuß 
Geschnitzxr Cassone, Jason und Medea, Poseidon und Amphitrite, Rom, um x57o (Paris, Musäe Cluny) 

	        

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