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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 5, 6 und 7)

Gläsern zu bereichern. Ein Haidaer Emailglas von 1865, Geschenk der 
Firma Schappel, ist hier abgebildet?" 
Für die Möbelsammlung, deren allmähliche Ausgestaltung ebenso 
dringlich als schwierig ist, gelang es, außer einer intarsierten Empire-Etagere 
(wahrscheinlich Wiener Arbeit ?, bezeichnet Benedict 1807"") ein Prachtmöbel 
allerersten Ranges zu erwerben, einen aufs reichste auf gelblichweißem 
Grunde mit den feinsten Blumenmalereien und Tierbildern und den Dar- 
stellungen der vier Weltteile geschmückten Schrankf" eigentlich Schreib- 
kasten; die Darstellung Europas auf der Tür des letzteren zeigt das Bildnis 
Kaiser Josefs II. Die Vergoldung des Möbels ist erneuert, sonst ist alles, 
bis auf den aufs feinste in Stahl gearbeiteten Schlüssel, unversehrte alte 
Arbeit. Der Entwerfer, Maler und Vergolder nennt sich auf der Innenseite 
der Schreibfachtiir mit folgenden Worten: „Invenit, pinxit, deauravit, 
totumque confecit P. Georgius I-Ienner e. S.J. Anno 1788". Nachforschungen 
nach diesem Künstler, dessen malerische Technik lebhaft an die Staftier- 
arbeit der Porzellanmaler vom Ende des XVIII. Jahrhunderts erinnert, haben 
noch kein Ergebnis gehabt. Weder in den Registern der österreichischen noch 
der bayrischen Ordensprovinz der Jesuiten hat sich, wie Professor Velics 
(Kalksburg) mitteilte, der Na- 
me I-Ienner bisher gefunden. 
Aber es ist zu bedenken, daß 
der Jesuitenorden im Jahre 
1773 durch Papst Klemens 
XIV. aufgehoben wurde und 
daß seine Organisation lan- 
ge Zeit erschüttert war. Der 
Kasten stammt aus Schloß 
Wasserberg bei Knittelfeld. 
Auch die Sammlung 
der Plastik konnten wir um 
einige Museumsstücke ersten 
Ranges bereichern: die 
I-Ierberstein-Büste, Holz ge- 
schnitzt, unbemalt, deutsch, 
XVlI. Jahrhundertj den ge- 
schnitzten und bemalten hei- 
ligen Sebastian, süddeutsch, 
XVIII. Jahrhundert, Mittej? 
unddenWeihbrunnemTerra- 
kotta, muschelförmig, hohes 
"i Seite 214. 
i" Abgebildet auf Seite 215. 
"w" Abgebildet auf Seite 215. 
1' Abgebildet auf Seite 217. 
Böhmischer Glashumpen, Ende des XVIl. Jahrhunderts H- Abgebildet auf Seite 218. 

	        

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