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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 5, 6 und 7)

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l-Iof- und Kammer-Juwelier Franz Mack von dem I-lr. Schazmeister von 
Deldono bezahlt worden u. zw. die königliche Hauskrone mit 3818 5., die 
Kaiserkrone und Erzherzoghut mit 1350 fl." Mack hatte also eine besondere 
Arbeit für die Kaiserkrönung zu besorgen, aber doch wohl nicht, neue 
Kronen zu verfertigen, sondern an Hauskrone, Kaiserkrone und Erzherzog- 
hut Ausbesserungen, Ergänzungen und Abänderungen zur Ermöglichung 
des Gebrauches vorzunehmen," wofür allerdings der aufgewendete Betrag 
von 5168 H. außerordentlich hoch 
gegriffen erscheint. Eine weitere 
Erklärung der Mitnahme des 
Hofjuweliers und des Kammer- 
medailleurs zur Kaiserkrönung 
bietet aber die erwähnte „Ausgab" 4 
durch die eingehende Aufzählung 
und Verrechnung der über alle 
Maßen zahlreichen Ehrengeschen- 
ke, welche der Kaiser auf der 
Reise nach und von Frankfurt und 
vor allem auch in dieser Stadt selbst 
während der Krönungsfeierlich- 
keiten verteilt hat. Nicht nur wur- 
den hohe Summen in Dukaten 
verausgabt und viele Medaillen in 
Gold, oft in zwanzigfacher Größe 
der üblichen, verschenkt, sondern 
auch eine so bedeutende Anzahl 
kostbarster, mit Email und Stei- 
nen, vielfach auch mit dem Bild- 
nisse des Kaisers geschmückter 
Dosen, „Bichsen" („Portrait-Eich- 
sen"), Ringe, Ketten, Armbänder, 
Uhren an Reichsfürsten, Hof- 
beamte, Gesandte gegeben, daß Spiegelrahmen,Kurzfenversilbert. österreichisch, Zeitder 
wir schon aus dieser Liste einen Kalium Manz Thema 
Schluß auf die umfassende und hochentwickelte Wiener Goldschmiede- 
und Juwelierkunst jener Tage ziehen können. Es soll natürlich nicht gesagt 
sein, daß alle diese Dinge, auch nicht alle mit Steinen gezierten Kost- 
barkeiten, welche zur Verteilung gelangten, der Werkstatt Macks ent- 
stammt sein müssen, aber daß er einer der hervorragendsten Lieferanten 
gewesen sein dürfte, ist wohl anzunehmen. Das lag in seiner Stellung, 
 
4' In seinem an Kaiser Leopold I1. gerichteten Gesuche vom 3. Februar 1791 um Verleihung des 
erbländischen Ritterstandes hebt Mack hervor, daß er zur „Obscrge für die kostbaren Kronen, sowohl zur 
erfreulichen Kaiserkrönung nach Frankfurth, als jener eines apostolischen Königs nach Preßburg" beorden 
worden ist.
	        

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