MAK

Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 5, 6 und 7)

Alf] 
Besprechung eines Stickerei- 
buchs jener Tage berufen, worin 
zwar hauptsächlich von „Linon- 
Stickereien" die Rede ist, der 
folgende Satz aber auch weiter- 
gehende Bedeutung hat; es heißt 
da: „Die grellen Farbenzusam- 
mensetzungen sind zur Freude 
des geübten Sinnes fast ganz ab- 
gekommen . . . Am meisten liebt 
man die einfachen Zusammen- 
setzungen (en camayeu) . . Pi Und 
wenn wir oben von Vielfarbigkeit 
sprachen, so meinten wir nicht 
Starkfarbigkeit. Gerade das Ne- 
beneinandersetzen vieler kleiner 
Farbiiächen bricht die Kraft jeder 
einzelnen. 
Die Vorliebe für Kameen 
ist schon seit den Achtziger- 
jahren des XVIII. Jahrhunderts 
zu bemerken, wurden damals 
doch auch Wedgewood-Kameen 
für alles Mögliche angewendet, 
für Geräte ebenso wie für per- 
sönlichen Schmuck; diese Vor- 
liebe erhält sich aber noch weit 
in das XIX. Jahrhundert hinein. 
Bei dem großen Stücke 
(Seite 245) finden wir in dem 
Rund einen Jüngling mit Ähren- 
Abb. 3. Wandbespannung, gestickt, Höhe 4 Meter, Breite 
2x14 Meter (hieven noch zweites gleiches Stück) 
bündel (IP), einen Schild zur Seite, und eine weibliche Gestalt mit Kranz 
(vielleicht Bacchus bei Demeter in Eleusis), in dem oberen Medaillon sehen 
wir dann einen Bacchus mit Löwen (Panther?) Im Zusammenhang damit 
mag der, dem Gott des Weines gewidmete, Altar stehen, der unten einen 
Hauptteil der Fläche einnimmt. 
Das auf Seite 246 abgebildete Stück zeigt dagegen im Runde den in 
den Wolken thronenden Zeus (mit Blitzbündel und mit Adler zur Seite) 
und oben eine unter dem Namen der Amorettenhändlerin bekannte Dar- 
stellungßk?" Merkwürdigerweise wiederholt sich diese Darstellung auf allen 
Stücken mit Ausnahme des einen bereits beschriebenen (Abb. 1). 
4' „journnl des Luxus und der Mode", herausgegeben von Bertuch, Weimar rHoI, Seite 46 ff. 
Bemerkenswert ist. daß hier auch die CheniHe als beliebtes „neueres Material" angeführt wird. 
" Auch "Wer kauft Liebesgölter" genannt.
	        

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