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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 5, 6 und 7)

Wegen des antikisierenden Inhalts der Darstellungen wären dann 
noch die beiden Vasen (Abb. 3 und 4 auf Seite 247 und 248) zu erwähnen, 
die beide dieselbe Szene und in gleicher Darstellung vor Augen führen, 
anscheinend Merkur, der das Bacchuskind den Nymphen zur Erziehung 
überbringt. Es sei hier daran erinnert, daß Jupiter, der auf dem früher 
beschriebenen Stücke erscheint, der Va- 
ter des Bacchus ist. 
In den Bacchischen Kreis gehören 
auch die Thyrsusstäbe, dielwir oben in 
wagrechter Lage an den aufgerichteten 
Lanzen befestigt sehen. Die Stabbündel 
unten sowie die Beile daran sind den 
Liktorenbündeln (fasces) entlehnt, ein 
beliebter Gegenstand der ausgebildeten 
klassizistischen Zeit (in der Konsulats- 
zeit trugen die Damen zur Erinnerung 
an die konsularischen Faszes sogar 
„chapeaux en faisceaux"). Hier ist das 
Motiv aber wohl absichtlich etwas 
spielerisch behandelt. Die Waffen, die 
im gegenständlichen Vorrat der Kunst- 
übung jener Tage sonst so wichtig er- 
scheinen, sind sichtlich überall zurück- 
gedrängt, nicht nur auf dem runden 
Medaillon bei dem Stücke auf Seite 245, 
auch bei dem Altar unter der Darstellung 
Jupiters. Nehmen wir noch die Musik- 
instrumente hinzu, die Rosengehänge 
und anderes, so haben wir die Emp- 
findung, daß es sich um den Schmuck 
eines Raumes handelte, der heiterem 
Lebensgenusse gewidmet war. 
Die reliefartigen Darstellungen der 
Abb 4 wandbespannun Kameen und Vasen gehen offenkundig 
gestickgHilihe4Meter,Breile  Meter auf antike Vorbilder Zurück; der kleine 
Amorettenhandel, der sich, wie gesagt, 
auf fast allen Stücken voriindet, schließt sich sogar ganz genau an die 
bekannte I-Ierkulanensische Darstellung, die in der späteren Zeit des 
XVIII. jahrhunderts schon Gemeingut der Kunst war. Auch bei den 
Hochbildern der Vasen wird man mindestens durch den Merkur. mit dem 
Bacchusknaben an ein bekanntes Relief (der Villa Albani) erinnert. Ebenso 
gibt der das Tier tränkende Bacchus ein bekanntes Original wieder. Und 
auch sonst möchte man bei all diesen Figuren behaupten, man habe sie 
schon da oder dort als Antike gesehen.
	        

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