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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 8 und 9)

Stelle jenes Zlatkonias. Also auch hier war der Zusammenhang-mit Mos- 
müller gegeben. Das Gemälde Dürers hätte dann leicht bei den häufigen 
Ausscheidungen aus dem I-Iofbesitze in den Besitz des Grafen von Fries 
kommen können." 
Was die erstgenannte Möglichkeit anbelangt, so genügt der bloße 
Hinweis auf die seit 1517 zwischen dem Wiener Bistum und dem Stifte 
Klostemeuburg infolge des Streites um Hietzing eingetretene Spannung, um 
die Unwahrscheinlichkeit eines solchen Geschenkes Slatkonias an das Stift 
ohne weiteres darzutun. Aber auch für die andere Möglichkeit fehlt eine 
richtige Begründung. Denn es ist kein Fall bekannt, daß Wiener Kirchen- 
besitz an das Kaiserhaus übergegangen wäre. Auch hätte man ein so 
interessantes Gemälde wie das vorliegende kaum aus den kaiserlichen 
Sammlungen ausgeschieden und an die Grafen von Fries veräußert. Dagegen 
läßt sich die Entstehung der Mosmüllerschen Kopie auf sehr einfache Weise 
erklären, wenn wir daran festhalten, daß der Strigelsche „Tod der Maria" für 
Hietzing bestimmt war. Wir müssen zu diesem Zwecke noch einen Blick 
auf die weitere Geschichte der I-Iietzinger Kapelle werfen. 
Wie schon früher bemerkt, wurde auch nach 'dem Tode Slatkonias (1522) 
der Prozeß um das Gotteshaus von seinen Nachfolgern auf dem bischöflichen 
Stuhle fortgesetzt und überdauerte sogar die Türkenbelagerung von 1529, 
welche das Kirchlein in Schutt und Asche legte. Der damalige Benefiziat 
war schon vorher geflüchtet und wird wohl die Kostbarkeiten der Kapelle, 
darunter auch das vom Kaiser gespendete Bild, noch zu rechter Zeit in 
Sicherheit gebracht haben. Erst einige Jahre nach dem Abzuge der Türken 
unternahm dann Propst Georg von Klosterneuburg die ersten Schritte zum 
Wiederaufbau der Kirche, mußte aber zuvor noch einen harten Strauß mit 
dem Wiener Bischof Johann Faber bestehen, ehe er es am I4. September 
1537 endgültig durchsetzte, daß das I-Iietzinger Benelizium dem Stifte Kloster- 
neuburg inkorporiert wurde." 
Von vereinzelten Angriffen des Penzinger Pfarrers abgesehen, konnte sich 
nun das Stift bis zum Jahre 1664, wo der Streit von neuem auflebte, des un- 
gestörten Besitzes der Hietzinger Kirche erfreuen." Sie befand sich demnach 
auch zur Zeit des Propstes Andreas Mosmüller (1616 bis x629) fest in Händen 
der Klosterneuburger, und wenn wir annehmen, daß das von Maximilian I. 
gestiftete Gemälde nach Wiederherstellung der nunmehr zur Wallfahrtskirche 
vergrößerten Kapelle seine Aufstellung am alten Platz gefunden, so bot sich 
Mosmüller in der ihm unterstehenden Hietzinger Kirche jedenfalls eine sehr 
bequeme Gelegenheit, das Bild für sich kopieren zu lassen. Und damit wäre 
auch, ohne den Tatsachen Gewalt anzutun, der Zusammenhang des Gemäldes 
mit Mosmüller, beziehungsweise dem Stifte Klosterneuburg hergestellt und 
die Entstehungsgeschichte der Kopie in befriedigender Weise aufgeklärt. 
"f Vgl. Pauker, Die Pfarrkirche von Hietzing, pag. 78 bis 8x. 
"l Pauker, l. 2., pag. 86 H. Im Jahre 1605 wurde die Hietzinger Kirche von den Ungarn unter Bocskay arg 
heimgesucht, doch konnte der angerichtete Schade bald wieder gutgemacht werden. Vgl. Pauker, pag. 81. Sollte 
die auf der Mosmüllerschen Kopie befindliche Zahl 16705 mit diesem Ereignis in Zusammenhang stehen?
	        
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