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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 8 und 9)

Maria von Burgund war als 
MARIA. CLEOPHIE. SOROR 
vmc. MAR. FVTVRA. MA 
TER [man 
bezeichnet, Karls V. Porträt trug die Überschrift: 
II. ' 
SIMON ZELOTES CONSO 
51- 
BRINVS DNI. NRI. ä 
und Ferdinand galt als: In 
JOSEPH ivsrvs. 
Bei Ludwig II. von Ungarn fehlt der Sippenname, der nach Ev. Matth. 
I3, 55 IVDAS lauten müßte. 
Sehr wichtig ist der Umstand, daß ähnlich wie beim Kreuzensteiner 
Cuspinian-Porträt auch die Rückseite des kaiserlichen Gruppenbildnisses 
bemalt ist, und zwar mit einer heiligen Sippe (siehe Abb. 8), einem von 
Strigel oft wiederholten Thema, das hier besonders reizvoll behandelt ist. 
In der Gruppe links sehen wir die Familie Christi, nämlich das Jesuskind, 
Maria undjoseph, Anna und Joachim, die Gruppe rechts zeigt uns den kleinen 
Johannes den Täufer, seine Eltern Zacharias und Elisabeth und seine Groß- 
eltern Esmeria mit ihrem Gatten Effra." Diesmal handelt es sich nicht um 
Porträte mit fiktiven Überschriften, sondern um ein richtiges Heiligenbild 
mit typischen Strigelschen Heiligenfiguren in zeitgenössischer Kleidung. 
Ikonographisch genommen ist diese Darstellung eigentlich die wichtigste 
von allen dreien, denn sie enthält den engeren Kreis der Familie Christi mit 
dem Heiland selbst, während die beiden andern Bilder nur die entferntere 
Verwandtschaft versinnbildlichen. Alle drei zusammen aber ergeben die 
vollständige Sippe Christi" und erweisen dadurch schon inhaltlich ihre 
Zusammengehörigkeit. 
" Die Überschriften am Sippenbilde lauten von links nach rechts gelesen x. oberhalb der Köpfe: ANNA 
VNICVM VIDVI- l TATIS SPECIMEN; IOACHXM VNICVS l MARXTVS ANNE; IOSEPH MARI- I TVS 
VIRG; ELIZABETH l COGNATA MARIE l VIRG; ESMERIA SOROR AN-  NAG MINOR NATV; ZACHARIA; 
für Eßru Namen war kein Platz vorhanden. a. an der Brüstung: MARIA ILLABIS REGINA j VIRGINITATIS 
IDEA; HIESVS CHRISTVS l SERVATOR NOSTER; IOANNES BAPTISTA SANCTIFICATV[S] IN VTERO. 
l" Auf einem von Strigel um 1505 gemalten Sippenaltar, der sich jetzt teilweise in der Münchener Pina- 
kothek, teilweise im Germanischen Museum zu Nürnberg befindet, sind den einzelnen Tafeln folgende, das 
Verwandtschaftsverhälmis der Familie Christi erläuternde Verse beigegeben: 
Von lsathar und Suaanna 
lst gpom hysmeria vnd annu. 
Hismeria und ir mann het 
Eliud vnd Elizabeth. 
johaües der töffer v5 gut erkori 
Aus: Elizabeth v5 Zacharia hailg geporn. 
Anna war dreimal verheiratet: mit Joachim, Cleophas und Salome. 
Anna mit ]oachim gebar 
Mariam gottea mutter dar 
Anna und Cleophas mit Ee 
gepam mariam Cleophe. 
Anna mit Salome nit liess 
Die dritten maria Salome hies. 
In
	        

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