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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 8 und 9)

deutschen Kaiser und der Ernennung Ferdinands zum römischen König. 
Auf der Rückseite des 1520 als Pendant entstandenen Familienbildes des 
kaiserlichen Rates Cuspinian nennt Strigel das Kaiserbild ,prima tabula' und 
gibt die Namen der Dargestellten analog den dortigen Beischriften an. Mit 
der Umänderung der Namen hatte das Wiener Bild den Charakter der Sippe 
verloren und 
Strigel hat 
deshalb die 
Rückseite mit 
einer neuen 
Sippe be- 
malt." Wei- 
zingers Er- 
klärungsver- 
suchwirdden 
Tatsachen 
ebensowenig 
gerecht wie 
FrimmelsI-Iy- 
pothese ; auch 
er führt die 
Pentimente 
auf Strigel 
selbst zurück 
und begeht 
dabei noch 
den chrono- 
logischen Irr- 
tum,dieWahl 
Ferdinands 
zum römi- 
schen König 
ins Jahr 1520 
zusetzenstatt 
ins]ahr,1531. 
Es wird sich 
aber überhaupt der wahre Sachverhalt nicht ermitteln lassen, wenn man, 
wie es bisher immer geschah, bloß das Bildermaterial zu Rate zieht. Man 
muß, um den tieferen Sinn der merkwürdigen Verquickung von Familien- 
porträt und I-Ieiligendarstellung zu ergründen, doch vor allem einmal die 
Frage aufwerfen, was denn der durch die Inschrift als Besitzer beider 
Tafeln genannte kaiserliche Rat Dr. Johannes Cuspinian mit dem Ganzen 
bezweckt haben kann. Und vielleicht führt uns da eine kurze Notiz im 
I-Iauskalender dieses, wie wir eingangs bemerkten, schon seit 1515 mit 
Abb. x x. Inschrift auf der Rückseite des Bernhard Strigelschen Gemäldes „Die Familie des 
Dr. Johann Cuspinian"
	        

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