MAK

Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 8 und 9)

 
 N der Literatur über die Emailgläser kehrt die Be- 
' merkung wieder, die Schreibeweise der Namen 
auf den Reichsadlerhumpen sei willkürlich, 
schwankend. Czihak" hat bereits eine Aufzäh- 
' lung einiger Varianten gegeben, um das ortho- 
graphische Durcheinander zu kennzeichnen. 
Tatsächlich 
wimmeln diese 
Inschriften von 
Flüchtigkeits- 
fehlern. Namen und Wappen haben die 
Maler bisweilen vertauscht. Auf einem Glase 
in Stuttgart steht zum Beispiel über dem 
Wappen von Bayern der Name Merchern 
(Mähren) und auf einem Humpen in Frank- 
furt (Abb. 18) über dem Wappen von Brabant 
der Name Brandenbur. Solche Versehen 
sind eigentlich selbstverständlich. Viele der 
Adlergläser wurden als Meisterstücke her- 
gestellt und die für die Probearbeit von der 
Zunft festgesetzte Lieferfrist von anderthalb 
Tagen war knapp genug bemessen. Es kann 
insofern nicht wundernehmen, wenn der 
Geselle sich einmal verschrieben hat. Diese 
I-Iinterwäldler waren keine Schriftgelehrten. 
Manche sind gewiß im Gegenteil Analpha- 
beten gewesen. Eben deshalb bemühten sie 
sich aber auch, ihre Vorbilder getreu zu ko- 
pieren, das heißt sie malten die Buchstaben 
wortklauberisch nach, ohne sich viel dabei 
zu denken. Daraus erklärt sich sowohl die 
Entstehung orthographischer Eigenheiten 
wie deren Erblichkeit. 
Wahrscheinlich liegt der Keim zu der 
Bildung mancher Sonderformen in dem 
Text der graphischen Darstellungen des 
XVI. Jahrhunderts, welche die Genealogie 
der in die Emailmalerei übertragenen Quater- 
nionenfolgen eröffnen. So findet sich die an Am, ,_ Reichsadlmws, 
"t E. v. Czihak. Schlesische Gläser, Breslau 189i, Seite 105. datiert x651, Bremen (Gewerbemuseum)
	        

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