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Object: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 145)

anz Martin in dem von ihm bearbeiteten Kunst- 
pographieband über die Kunstdenkmäler des 
ulitischen Bezirkes Tamsweg eingehend bear- 
iitet. Es darf aber erlaubt sein, wieder einmal 
if dieses Meisterwerk hinzuweisen. 
n 9. Oktober, am Tag des hl. Dionysius, des 
hres 1444 beurkundeteq Peter Grillinger, Pfar- 
r zu Mariapfarrl" im Lungau, Chorherr des 
Jgustinerchorherrenstiftes St. Barthalomöus in 
iesach und Kammermeister (Finanzminister) 
zs Erzbistums Salzburg: „Da ich betracht han, 
is das czeitlich und czergenckleich leben hir 
lt erdreich gegen dem ewigen leben nichts zu 
heczen ist und da ainem yeden menschen nach 
inem tad nicht meer hailwertikaitt seiner seele 
ichvolgt dann guete werch, die er hye auf 
dreich valbracht hat", so übergibt er aus sei- 
rm Eigentum in das der Pfarrkirche Maria- 
arr neben einigen in der Urkunde genau be- 
ichneten Bauerngütern und genannten Büchern 
lCl'I folgende „klaynacl und arnet". „Von erst 
n silbreine tafel, vergaldt mit edeln gestain, 
irinn sind hundert und acht stuck heiltum, 
esteet bey fünfhundert gulden. ltem ain kor- 
ppen von ainem guldein tuch auf ainem roten 
zden mit ainem silbrein heftlein. vernnlt mit 
Die obere abgeschrögte gerade Fläche des pre- 
dellenartigen, mit vorgeblendetem tensterartigem 
Maßwerk geschmückten Sockels trägt in schwar- 
zen Emailminuskeln eine Widmungsinschrift: 
„Mille quadri(n)gentaq(ue) quadrageno quoq(ue) 
tertio l Grillinger pfarre pleban(us) p(resbyte]r 
dedit hoc me". Der flache Schrein schließt oben 
mit zwei nebeneinandergestellten Kielbogen, die 
in Fialen auslaufen; zwischen ihnen in der Mitte 
ein Aufsatz mit der vollplastischen Figur des 
Schmerzensmannes, von einem Baldachinge- 
sprenge (mit abgebrochenen Fialen) bekrönt. Der 
Rand der dadurch verkleinerten Nische des 
Schreines wird durch eine Reihe - abwechselnd 
mit rechteckigen Reliquienpöckchen - gefaßter 
Steine, um die sich jeweils kleine Perlen grup- 
pieren, gebildet. Links unten unter dem Wim- 
perg die vollrund gearbeitete Figur des Stifters, 
dargestellt als kniender Priester mit der Pelz- 
mozetta der Augustinerchorherren; das ihm zu- 
gehörige Schriftband („Sum tibi causa crucis l 
vitam tribue michi lucis") steht bereits steil an 
der Wand der eigentlichen Schreinnische. In die- 
ser eine Kreuzigungsgruppe von vorzüglicher 
Qualität mit den vollgearbeiteten Figuren des 
Krnvifiyuc rinr 1m Hauen Fftßnn lastet-vier- Manz 
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cas desine pro me", rechts „Spina crux clavi 
vvlnus mars l que toleraui ostenda(n]t quam l 
miserorum crimina lavi l Mors tua mors 
X(Christ]i fraus m(un)di l gloria celi Et dolor 
inferni Sunt meditanda tibi"; unter Maria 
„Christu(rn) non istu(m) sed deu(m) cole p(er) 
ip(su)m No(n) de pictura sed de re sit tibi cura", 
unter Johannes „Aue caro X (Christi) q(uod) 
pro me passa fuisti Me reu(m) munda Moriar ne 
morte s(e)c(un]da". 
Die Innenseiten der kielbogigen, in einen Stein 
mit angesetzten Krabben endigende Flügel sind 
in jeweils zwei Felder geteilt; iedes derselben 
ist durch einen naturalistischen Ast mit Blättern 
und gefaßten Stein gerahmt und enthält ein 
gegassenes Relief. Links oben Maria Geburt 
(Wochenstube, Bett vor Vorhang, davor eine am 
Boden kniende Magd, die das Kind eben in eine 
Wanne legt), darunter in roter Emailschrift „Na- 
tivitas marie", dann in schwarzer „Quando nata 
es virgo safcratissima tunc illmantus (statt illu- 
minatus) est mundus". Links unten Maria Reini- 
gung (links drei Frauen, rechts der Hohepriester 
mit dem Kind), in roter Emailschrift „Purificacio 
marie", in schwarzer „dvlerunt iesum in iervsa- 
ln... ..o .-:,im.-.-.i m"... rlßrvuinrwl, 0-4.4.. l-ukfilh n-
	        
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