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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 10)

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zum Beispiel in August Maus Buch über Pompeji abgebildet ist." Nebenbei 
bemerkt, war Odiot der erste, der einer Waschgelegenheit die klassische 
Form des Dreifußes gab, was 1806 auf der Pariser Gewerbeausstellung 
allgemeinen Beifall fand." 
Der eigentliche Dreifuß besteht aus vergoldeter Bronze, die von dem 
satten Blau des am Sockel und am oberen Rand, der das Becken trägt, als 
Belag verwendeten Lapislazuli kräftig absticht. (Das sorgfältig profilierte 
Postament aus fleckigem Marmor, worauf erst wieder der von einem Bronze- 
gesims eingefaßte Lapislazulisockel des Dreifußes ruht, ist erst unter Erz- 
herzog Leopold hinzugekommen.) 
Die kreisrunde Schüssel ist außen glatt und innen reich mit äußerst 
sauber gearbeiteten Flachreliefs verziert. Sie besteht aus vergoldetem Silber- 
blech über einem wahrscheinlich ehernen Kern. Der Dreifuß ist zirka 
76 Zentimeter hoch, das Becken mißt zirka 37 Zentimeter im Durchmesser. 
Mit der Werkstatt der Brüder Manfredini in Mailand, die als Verfertiger 
von Dreifuß und Becken angegeben sind, bringt Eduard Leisching im 
Kongreß-Werk (Seite 221) vermutungsweise den sogenannten mailändischen 
Tafelaufsatz im Besitze Seiner Majestät des Kaisers in Zusammenhang. 
Luigi Manfredini, der eine der beiden Brüder, der als der Urheber des ebenso 
reichen wie zarten Reliefschmuckes der Schüssel angesehen werden muß, 
war einer der berühmtesten Medailleure seiner Zeit. Auf Bonaparte als 
auf den „REIP - ITAL - PRAESES" schuf er bereits im dritten ]ahre der 
französischen Republik eine Medaille, 1797 eine andere aus Anlaß der 
Gründung der zisalpinischen Republik. Eine dritte Denkmünze Manfredinis 
gilt bereits dem Kaiser und König, als er 1805 Wien eroberte. Ihr Revers 
zeigt die „VINDOBONA - CAPTA", ihr Avers einen Proülkopf des Kaisers 
mit antikem Helm und der Umschrift: „NAPOLEO - I - GALL - IMP- 
ITAL - REX - GERMANICVS - RVTHENICVS". Dem Jahre 18m gehört 
eine Medaille mit einer Büste der Kaiserin Maria Luise an. Zur Erinnerung 
an den Einzug des Kaisers Franz in Mailand am Silvestertage des Jahres 1815 
modelliert Manfredini dieses Ereignis auf antike Art für den Revers einer 
Medaille, deren Avers, eine Büste des Kaisers Franz, von Vasalla herrührt. Den 
Tod der Kaiserin Maria Ludovica verewigt er in einer Medaille des nächsten 
jahres. Das Doppelbildnis des Kaisers Franz und seiner Gemahlin Carolina 
Augusta zeigt eine Medaille, die Maria Luise zum Andenken an den im Beisein 
ihrer Eltern gelegten Grundstein zu einer Brücke über die Trebia prägen ließ. 
Luigi Manfredini wurde 1771 in Bologna geboren, war Professor der 
Medaillenkunst an der Akademie der bildenden Künste in Mailand, kam 
I7g8 an die Zecca dieser Stadt und war zuletzt Obergraveur des k. k. Münz- 
amtes in Mailand, wo er auch 1840 starbfk" 
"f Leipzig 1908, Figur 20g auf Seite 39x. 
H Vgl. Eduard Leisching, „Ein Reise-Service des Königs von Rom". Vorliegende Zeitschrift 1904 
Seite 260 f. Y ' 
_ ' n" Vgl. über den Künstler auch Kvon Lützow im Kongreß-Werk, Seite 108 f., und L. ForrenBiographical 
Dicuonary of Medallisls, Vol. III (London 1907), Seite 552 B.
	        

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