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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

sich mit Regierungsrat Dr. Dreger, Professor Dr. Holey und Generalsekretär Dr. Giannoni 
in hervorragender Weise um das Gelingen der Ausstellung bemüht haben; vom Öster- 
reichischen Museum Hofrat Dr. Leisching mit dem Vizedirektor Regierungsrat Dr. Dreger, 
Regierungsrat Ritter, Kustos Dr. Schestag und Amanuensis Dr. von Schönbach, Magistrats- 
rat Dr. Loderer und viele andere. Graf Lanckoronski begrüßte die Gäste und wies in einer 
längeren Rede auf die in früheren Zeiten entstandenen Denkmäler für gefallene Krieger 
hin, betonte, daß zu den schönsten und sinnvollsten Monumenten auf diesem Gebiete 
das Denkmal für Feldmarschall Lacy im Neuwaldegger Park und der Husarentempel 
bei Mödling gehören. Er dankte den Ministerien, dem niederösterreichischen Landes- 
ausschuß und der Stadt Wien für die Förderung der Ausstellung und bemerkte, daß die 
zur Vorführung gelangten Bilder, Zeichnungen und Modelle keineswegs durchaus als 
mustergültig hingestellt werden, indem die Veranstalter nicht mit jeder Zeichnung und mit 
jedem Modell einverstanden seien. Nur Anregung solle geboten werden, und sie werde 
manchmal auch in negativem Sinne geboten. - Doktor Storck aus Mannheim wies auf die 
Mannheimer Ausstellung hin, die von dem Gedanken geleitet war, Entwürfe zu sammeln, 
die geeignet wären. künstlerisch wertvolle Grabdenkmäler anzuregen. Das damalige 
Komitee wuchs alsbald über die lokalen Grenzen hinaus. Aus Österreich kamen die ersten 
künstlerischen Anregungen, die dann weiter ausgebildet wurden. Die Ausstellung biete 
Bilder von den auf den Schlachtfeldern von Soldaten errichteten schlichten Denkzeichen 
bis zum vollendeten schöpferischen Entwurf der Künstler, der in der Stille des Ateliers 
entstanden ist. Es werden Vorbilder geboten, deren Erfüllung Ernst, Takt, Zurückhaltung 
verlange. - Unterrichtsminister Dr. Freiherr von Hussarek sprach in längerer Rede seinen 
und des Ministeriums Dank für die Veranstaltung der Ausstellung aus, wies auf die Pflicht 
der Pietät hin, die Erinnerung an unsere große, schwere Zeit auf die Nachwelt zu über- 
tragen. Die Kunst stellt sich hier in den Dienst der großen, weltbewegenden Gedanken. 
Diese Zeit künftigen Geschlechtern in Bildwerken zu überliefern, ist in erster Linie Pflicht 
des künstlerischen Schaffens der Gegenwart; das Heldentum der Gegenwart soll so der 
Zukunft überliefert werden. Denn in diesen Kämpfen haben nicht nur die Führenden 
Geister, sondern alle bis zum letzten Mann immer und überall ihr Bestes eingesetzt. Eine 
künstlerische Verewigung dieser Zeit wird nun geschaHen. Es gilt ein künstlerisches 
Schaffen auf allgemeiner Basis, die für unser allgemeines Volksemplinden verständlich sei. 
Nachdem der Minister nochmals allen mitwirkenden Faktoren für die Veranstaltung 
gedankt hatte, wurde der Rundgang durch die überaus reichhaltige Ausstellung angetreten. 
ÄJSZEICHNUNGEN. Von den zur Kriegsdienstleistung eingerückten Beamten und 
Dienem des Österreichischen Museums erhielten bisher folgende militärische Aus- 
zeichnungen: Der Kustosadjunkt Dr. Richard Ernst die Silberne Tapferkeitsmedaille 
XI. Klasse, die Diener Karl Böhm, Matthias Eigel, josef Lebduska und Franz Skoumal (der 
letztere wurde am 13. Dezember auf dem italienischen Kriegsschauplatz durch eine Lawine 
getötet) das Silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsrnedaille, 
der Diener Josef Schmieß und der Heizer Leo Ptacnik die Silberne Tapferkeitsmedaille 
II. Klasse, der Diener Johann Hühner und der Heizer Leo Ptacnik die Bronzene Tapfer- 
keitsmedaille, die Diener Karl Böhm, Karl Guber, Martin Povysil und Johann Necesany 
die Ehrenmedaille vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration. 
BESUCH DES MÜSEÜMS. Ihre k. und k. Hoheiten die durchlauchtigste Frau 
Erzherzogin Marie Valerie, Erzherzog Hubert und Erzherzogin Gertrude haben am 
xo. November die Sammlungen des k. k. Österreichischen Museums besichtigt. 
Die Sammlungen und Ausstellungen des Museums wurden in den Monaten November 
und Dezember von 7992 Personen, die Bibliothek von 2942 Personen besucht. 
Alle für „Kunst und Kunsthandwerk" bestimmten Sendungen sind an die Redaktion dieser Monatsschrift, 
Wien, 1., Stubenring 5. zu richten. - Für die Redaktion verantwortlich: Franz Ritter.
	        

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