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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

Wir haben früher von Bandmachern 
gesprochen, die aus dem „Reiche" nach 
Österreich gekommen sind. Einen können 
wir zufällig nachweisen. In einem Akte des 
Jahres 1756": hören wir von der Bitte des 
Bandmachers Barthlme Götz um das 
Bürgerrecht, wobei erwähnt ist, daß er 
„aus dem Reich" gebürtig sei. Nebenbei 
bemerkt, muß er eine Prüfungsarbeit 
machen und erhält dann tatsächlich das 
Bürgerrecht. Später finden wir einen 
„Hofbandmacher" Johann G02," der die 
Verfertigung der Maria-Theresia-Militär- 
Ordensbänder übertragen erhält. Da wei- 
terhinix": in dersel- 
ben Angelegenheit 
aberwieder einBar- 
 
Abb. 32. Marienbild, Miniatur auf Pergament, __ __ 
umgeben von einer Auinähstickerei in der Art, tholorna Gotz er" 
wie auf Abb. zg bis 3x ersichtlich (zum Teile Scheint, müssen wir 
abgefallen). (Österreichisches Museum) annehmen! daß dies 
dieselbe Person ist. Die verschiedene Namens- 
schreibung darf uns bei alten Urkunden ja nicht 
beirren, auch nicht die Angabe verschiedener Vor- 
namen, da besonders beim Vorhandensein mehrerer 
oft willkürlich der eine oder der andere heraus- 
genommen wird. Wir wollen daher im weiteren, 
wo wir es feststellen können, auch immer alle uns 
bekannt gewordenen Vornamen und ebenso die 
verschiedenen Schreibarten des Zunamens bringen, 
damit nicht neuerlich Irrtümer entstehen. 
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist wohl auch 
„der schutzverwandte Bandmacher" Tobias Hufnagel, 
von dem im Jahre 1760 berichtet wird, daß er seinen 
lutherischen Glauben abgeschworen habe, aus dem 
„Reiche" gekommenrt 
Beywinklerzur Beschaffung einesWerkstuhlesfür glatte und broschierte Seiden- 
zeuge. Es wirdvon dem Gesuchsteller hervorgehoben, daß er sich vorzüglich auf 
das Zeichnen verlegt, seinen Brüdern durch mehrere Jahre die Zeichnungen 
verfertigt und sich zugleich mit Einrichtung der Stühle beschäftigt habe. Er war 
einer der ersten Schüler des Akademiedirektors Zeiß. (Er erhält die Unterstützung.) 
"' 3 ex Sept. 756. 
"' Delegierte Hotkumrnission, 4. August 1758. 
n" g. Sept. r758, wo auch ein Muster des Ordensbandes beiliegt. Don 
auch wegen des Streites mit Jahner, von dem noch die Rede sein wird. Abb. 33. Seidenband, blaßrot 
1- x5. April 175a. Protocollum Commissionis Aulicae delegatae in rnit zweierlei Grün. Rot, Gelb 
Commerciis. Er erhält, da seine Frau „recht gute Band-Fabricatevorgewiesen", und Weiß, aus der Kette 
wegen Krankheit 25 H. zum Ankaufe von Seide, damit er seine 5 Werkstühle geschweift. (Österreichisches 
gehörig verarbeiten vermöge. Museum)
	        

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