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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

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hausierenden Krämern beim Verkaufe ihrer billigen und minderwertigen 
Ware." Ihr Hauptmarkt im Ausland wären die beiden Frankfurter Messen. 
Auch macht von Nagel darauf aufmerksam, daß es ein großer Irrtum 
sei, immer von der freien Wareneinfuhr in die Schweiz zu sprechen; 
„man macht zwar gegen dieselben keinen Verbott, derne ohngeachtet 
aber wird sich von den Fabricanten, und der I-Iandelschaft mündlich 
in ihren Versammlungen verabredet, von auswärtigen Waaren, welche 
selbsten in ihren respective Cantonen fabriciert werden, keine in Verlag zu 
nehmen, oder solche auf eine andere feine Art außer Land zu halten: Also 
seynd die Briissler Spizen, Gold- und Silber-Borden, Stickereyen, durch ein 
Policey-Gesez schon verbotten, livräe-Tücher, welche über 3 f: kosten, 
wie die französische, und holländische untersaget, damit jene zu 3 f: aus 
den Schweizer Fabriquen Abgang finden mögen; die Seidenwaaren, als 
Taffet, gros-detour, und andere Gattungen werden unter fremden Namen 
nachgemacht und in Basel selbsten stehet kein Ellen französischer Taffet 
zum Verkauf; mehrer dergleichen 
geheime Zwangs-Mittel werden unter 
dem Schein des freyen Handels, und 
Wandels getrieben, damit in fremden 
Landen nachgefolget, und desto vor- 
theilhafter dahin comerciret werden 
könne." 
Diese Wege empfiehlt von Nagel 
nicht, sondern er stellt nur fest. Und 
wir berichten hier über diese Zustände, 
weil sich uns wieder zeigt, wie die 
bloße Kenntnis amtlicher Verordnun- 
gen oft ein ganz falsches Bild der 
wirklichen Verhältnisse bieten kann, 
und weil uns dadurch auch die, von 
manchen Volkswirtschaftlern so in 
Verruf gebrachten, Schutzbestrebun- 
gen verschiedener anderer Staaten in 
neuem Lichte erscheinen. 
Wir werden die österreichischen 
Fabrikanten später immer wieder über 
die Einschmuggelung fremder, beson- 
ders schweizerischer, Bänder klagen 
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"' Die Schweizer bedienen sich bei Kirchweihen, 
Jahrmärkten und so weiter einer Menge Krämer und _, _ _, 
„juden-Buben, welche die Bänder von geringer Gattung .1 i j ' V -. 
in offenen Körben hausieren tragen, ausrufen, und " J 
gleichsam den Anfang ihrs Handels mit Seiden-Banden Abb. 46. 
Abb. 45. SeidenbancLweiß machen; wodurch dann alle fremde Bande aus Frank- Seidenband, weiß auf 
auf Himmelblau. (Öster- reich wegen ihres hohen Preises gleichsam verdrungen Liehrkupferxot. (Öster- 
reichisches Museum) werden". reichisches Museum)
	        

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