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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

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nach dem außländischen (bei dem) Publico" zu kämpfen. Die Kaufleute 
und Niederleger bemühten sich, wie wir gleichfalls noch wiederholt hören, 
die Fabrik zu unterdrücken und ihre Fabrikate liegen zu lassen; auch 
führten sie gegen das Verbot fremde Ware ein." 
Dazu ist noch zu bemerken, daß die Zeit von 1769 auf 1770 für 
die Seidenindustrie überhaupt sehr verhängnisvoll war. Aus einem 
Erlasse vom 15. Juli 1771 erfahren wir, daß der Rückgang noch im 
Jahre 1771 nicht eingeholt war und damals die Zahl der Webstühle 
noch hinter der vom Jahre 1769 zurückblieb, ja daß einige Unternehmungen 
ganz zugrunde gegangen waren." 
So sammelten sich in Känels Fabrik große 
Vorräte an; man war gezwungen, die Waren 
auf Kredit hinauszugeben, und geriet in „böse 
Schulden". 
Man mußte sich daher mit den größten 
Seidenbandhändlern, gerade mit denen, die die 
Fabrik am meisten bedrückt hatten, verbinden. 
In dem noch erhaltenen Sozietätsver- 
trageiw" vom 1. Mai 1771, der vom 1. März 
dieses Jahres an für 10 Jahre gelten sollte, 
erscheinen nun also neben Känel und Schultz 
als neue Gesellschafter: der k. k. Niederlags- 
Seidenbänder. Abb. 7a: grün, weiß und Verwandte Franz Michael Weigl-f und Johann 
rot (aus der Kette); Abb. 77: grün und Michael Saniet  
orangegelb auf orangegelb und schwarz 
schillerndem Grunde. Aus der Mestro- 
zischen Sammlung. (Österreichisches 
 
"f Akt 95 ex Novembri 769 enthält den Bericht des Commerz- 
Consesses (vom g. Nov. 1769) an die Kaiserin „Wegen der von dem 
Museum) hiesigen Niederlags-Verwandten Paul Facchini gebetlenen Loß- 
sprechung des l-Iandelsstand von Verlegung der Känelischen Band- 
Fabrik". Facchini bittet um die Befreiung von dem Zwange, die Bandwaren der Känelschen Fabrik abzunehmen. 
Die Känelsche Fabrik stehe „fast am Rande ihres Umsturz". Der Ankauf würde die Händler allzusehr belasten, 
da es sich um 60.000 B. jährlich handle. Es würden bei den übrigen hiesigen Schweizer Band-Fabriken ebenso- 
viele Stühle betrieben wie bei Känel, deshalb sei es billig, sie gleich zu bedenken. „Daher wurden [vom Commerz- 
Consesse] nicht minder die Vorsteher des hiesigen Handelsstands sowohl, als die jenigen Niederlags- 
Verwandten, die den stärksten Handel mit Band-Waaren treiben, als der Deeret, Weigl, Salliet, Passi, Perinet, 
Claudi Passi etc. vorberufen und ihnen bedeutet: Es seyn ihre Erklärung in soweit abgeändert worden, dxß ihnen 
bey was immer für eine Erbliindischen Fabrik ihre Bänder zu bestellen freystehe, doch hat man ihnen den 
Verlag der Künelischen Fabrik mit allen Ernste empfohlen, worüber sie einhellig erwiederten, es solle dem 
Känel an Verschleiß nicht gebrechen, soferne er sie anderst mit ächten Waaren versehen würde." Damit sei 
der Beschwerde Facchinis abgeholfen worden. 
Zur Kennzeichnung Facchinis teilen wir noch mit, daß es im Akt 16 ex Majo 770 heißt, der N. Ö. Commerz- 
Consess habe „befunden, daß die dem Niederläger Facchini von Allu di trento hierhergesandten 12 SaEet- 
Stück unrichtig bezeichnet seyen . . . ." 
Über„die [im Jahre 177a] noch haftende Baronvon Friesische Schuldpost von r3,oooH. " siehe 76 exJunio77o. 
"f" Akt 64 ex Aug. 1772 im Archiv des k. k. Ministeriums des Innern (V. G. 6) . . .Vielleicht darf man auch 
daran erinnern, daß jene Jahre für Mitteleuropa eine unerhörte Mißernte gebracht hatten, von der uns Führichs 
Vater eine ergreifende Schilderung zurückgelassen hat; siehe Dreger „Josef Fiihrich" (Wien 1912), Seite 25. 
"F" Vollständige alte Abschrift unter den Papieren bei Fräulein Pirnmer. 
i- Zunächst werden zwei Weigl genannt: Franz Michael in Kompagnie mit Franz Anton; später heißt 
es „Herr Weigl ü Comp." und „Herr Berger und Herr Weigl" (4. Mai 1774), worüber später noch einiges 
gebracht wird. 
H- Die Schreibung„Saillet"haben wir nur ein einzigesmal gefunden, trotzdem scheint sie uns die ursprüng- 
lichere zu sein.
	        

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